Der Ball

Rainer Maria Rilke

1907

Du Runder, der das Warme aus zwei Händen im Fliegen, oben, fortgiebt, sorglos wie sein Eigenes; was in den Gegenständen nicht bleiben kann, zu unbeschwert für sie,

zu wenig Ding und doch noch Ding genug, um nicht aus allem draußen Aufgereihten unsichtbar plötzlich in uns einzugleiten: das glitt in dich, du zwischen Fall und Flug

noch Unentschlossener: der, wenn er steigt, als hätte er ihn mit hinaufgehoben, den Wurf entführt und freiläßt -, und sich neigt und einhält und den Spielenden von oben auf einmal eine neue Stelle zeigt, sie ordnend wie zu einer Tanzfigur,

um dann, erwartet und erwünscht von allen, rasch, einfach, kunstlos, ganz Natur, dem Becher hoher Hände zuzufallen.

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Illustration zu Der Ball

Interpretation

Das Gedicht "Der Ball" von Rainer Maria Rilke beschreibt die Reise eines Balls von den Händen des Werfers in die Höhe und zurück. Der Ball wird als "Runder" charakterisiert, der das "Warme" aus den Händen des Werfers in die Luft wirft. Er ist "sorglos" und "unbeschwert", was darauf hindeutet, dass er keine Verbindung zu den Gegenständen hat, mit denen er in Berührung kommt. Der Ball wird als etwas beschrieben, das "nicht bleiben kann" und "zu unbeschwert für sie" ist. Er ist "zu wenig Ding und doch noch Ding genug", um in den Menschen einzudringen. Dies deutet darauf hin, dass der Ball eine Art von Energie oder Lebenskraft besitzt, die ihn von den anderen Gegenständen unterscheidet. Der Ball wird als "zwischen Fall und Flug noch Unentschlossener" beschrieben. Dies deutet darauf hin, dass er in einem Zustand des Übergangs ist, der zwischen dem Werfen und dem Fangen liegt. Wenn er steigt, scheint er den Wurf mit sich zu nehmen und den Werfer zu entführen. Dann neigt er sich und hält an, um den Spielenden von oben eine neue Stelle zu zeigen. Dies deutet darauf hin, dass der Ball eine Art von Führung oder Anleitung bietet. Schließlich fällt der Ball "rasch, einfach, kunstlos, ganz Natur" in den "Becher hoher Hände". Dies deutet darauf hin, dass der Ball seinen natürlichen Platz gefunden hat und von allen erwartet und erwünscht wird. Der Ball wird als ein Symbol für die Freude und das Spiel dargestellt, das die Menschen zusammenbringt und ihnen eine neue Perspektive auf die Welt bietet.

Schlüsselwörter

oben ding runder warme zwei händen fliegen fortgiebt

Wortwolke

Wortwolke zu Der Ball

Stilmittel

Alliteration
Fall und Flug
Anapher
und einhält und den Spielenden von oben auf einmal eine neue Stelle zeigt, sie ordnend wie zu einer Tanzfigur
Bildsprache
der Becher hoher Hände
Enjambement
Du Runder, der das Warme aus zwei Händen im Fliegen, oben, fortgiebt, sorglos wie sein Eigenes; was in den Gegenständen nicht bleiben kann, zu unbeschwert für sie,
Hyperbel
sorglos wie sein Eigenes
Kontrast
zwischen Fall und Flug
Metapher
Du Runder, der das Warme aus zwei Händen im Fliegen, oben, fortgiebt
Parallelismus
zu unbeschwert für sie, zu wenig Ding und doch noch Ding genug
Personifikation
der, wenn er steigt, als hätte er ihn mit hinaufgehoben, den Wurf entführt und freiläßt
Symbolik
der Ball als Symbol für Freiheit und Unbeschwertheit