Der Augenblick

Johann Gottfried von Herder

1760

Warum denn währt des Lebens Glück Nur einen Augenblick? Die zarteste der Freuden Stirbt wie der Schmetterling, Der, hangend an der Blume, Verging, verging.

Wir ahnen, wir genießen kaum Des Lebens kurzen Traum. Nur im unselgen Leiden Wird unser Herzeleid In einer bangen Stunde Zur Ewigkeit.

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Interpretation

Das Gedicht "Der Augenblick" von Johann Gottfried von Herder thematisiert die vergängliche Natur des Lebensglücks und den Kontrast zwischen flüchtigen Freuden und anhaltendem Leid. Herder verdeutlicht, dass das Glück im Leben nur von kurzer Dauer ist, ähnlich wie ein Schmetterling, der schnell vergeht. Die zartesten Freuden sterben genauso schnell, wie sie entstehen, und das Leben selbst wird als kurzer Traum beschrieben, den wir kaum genießen können. Im zweiten Teil des Gedichts lenkt Herder den Fokus auf das Leiden. Hier zeigt sich, dass im Gegensatz zu den kurzen Momenten des Glücks das Leid eine viel längere Wirkung hat. In einer einzigen Stunde des Leids kann das Herzeleid zur Ewigkeit werden. Dies unterstreicht die Intensität und die tiefe Wirkung von schmerzhaften Erfahrungen im Vergleich zu den vergänglichen Freuden des Lebens. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung und regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Lebens und die Beständigkeit des Leids an. Herder nutzt eindringliche Bilder und Metaphern, um die flüchtige Natur des Glücks und die tiefgreifende Wirkung von Leid zu verdeutlichen.

Schlüsselwörter

lebens verging warum währt glück augenblick zarteste freuden

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Stilmittel

Frage
Warum denn währt des Lebens Glück Nur einen Augenblick?
Kontrast
Nur im unselgen Leiden Wird unser Herzeleid In einer bangen Stunde Zur Ewigkeit
Metapher
Des Lebens kurzen Traum
Personifikation
Der, hangend an der Blume, Verging, verging