Der Angetrunkene
1914Man muß sich so sehr hüten, daß man nicht Ohn jeden Anlaß aufbrüllt wie ein Tier. Daß man der ganzen Kellnerschaft Gesicht Nicht kurz und klein haut, übergießt mit Bier.
Daß man sich nicht die ekle Zeit verkürzt, Indem man sich in einen Rinnstein legt. Daß man sich nicht von einer Brücke stürzt. Daß man dem Freund nicht in die Fresse schlägt.
Daß man nicht plötzlich unter Hundswauwau Die Kleider sich vom feisten Leibe reißt. Daß man nicht irgendeiner lieben Frau Den finstern Schädel in die Schenkel schmeißt.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Angetrunkene" von Alfred Lichtenstein thematisiert die Gefahren und unangenehmen Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum. Der Sprecher warnt vor den möglichen Konsequenzen, die eintreten können, wenn man sich in einem betrunkenen Zustand befindet. Es werden verschiedene Situationen beschrieben, in denen der Betrunkene die Kontrolle verliert und sich oder andere in Gefahr bringt. Im ersten Teil des Gedichts werden die möglichen Auswirkungen des Alkoholkonsums auf das Verhalten des Betrunkenen thematisiert. Der Sprecher warnt davor, dass man ohne ersichtlichen Grund wie ein Tier brüllen könnte. Zudem besteht die Gefahr, dass man gewalttätig wird und die Kellnerschaft angreift oder mit Bier übergießt. Diese Beispiele verdeutlichen die Verlust der Selbstkontrolle und die mögliche Aggression, die durch übermäßigen Alkoholkonsum ausgelöst werden können. Im zweiten Teil des Gedichts werden weitere negative Konsequenzen des Alkoholkonsums beschrieben. Der Sprecher warnt davor, dass man sich in einen Rinnstein legen oder von einer Brücke springen könnte, um die Zeit zu verkürzen. Zudem besteht die Gefahr, dass man seinen Freund schlägt oder sich in einer tierischen Art und Weise auszieht. Auch die Möglichkeit, einer Frau den Kopf zwischen die Beine zu werfen, wird erwähnt. Diese Beispiele verdeutlichen die möglichen Auswirkungen von übermäßigem Alkoholkonsum auf das eigene Verhalten und die Beziehungen zu anderen Menschen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine klare Botschaft: Man sollte sich vor den Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums hüten, da dieser zu unkontrolliertem Verhalten, Gewalt und unangenehmen Konsequenzen führen kann. Das Gedicht dient als Warnung und Appell an den Leser, verantwortungsvoll mit Alkohol umzugehen und sich vor den negativen Auswirkungen zu schützen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Daß man der ganzen Kellnerschaft Gesicht
- Bildlichkeit
- übergießt mit Bier
- Hyperbel
- Nicht kurz und klein haut
- Metapher
- Daß man sich nicht die ekle Zeit verkürzt
- Personifikation
- Ohn jeden Anlaß aufbrüllt wie ein Tier
- Reimschema
- AABB
- Wiederholung
- Daß man