Der alte Zieten

Theodor Fontane

1851

Joachim Hans von Zieten, Husarengeneral, Dem Feind die Stirne bieten Er tat′s wohl hundertmal; Sie haben′s all′ erfahren, Wie er die Pelze wusch Mit seinen Leibhusaren, Der Zieten aus dem Busch.

Hei, wie den Feind sie bläuten Bei Hennersdorf und Prag, Bei Liegnitz und bei Leuthen Und weiter, Schlag auf Schlag; Bei Torgau, Tag der Ehre, Ritt selbst der Fritz nach Haus, Doch Zieten sprach: Ich kehre Erst noch mein Schlachtfeld aus."

Sie stritten nie alleine, Der Zieten und der Fritz , Der Donner war der eine, Der andere war der Blitz. Es wies sich keiner träge, Drum schlug′s auch immer ein, Ob warm′, ob kalte Schläge, Sie pflegten gut zu sein. -

Der Friede war geschlossen, Doch Krieges Lust und Qual Die alten Schlachtgenossen Durchlebten′s noch einmal. Wie Marschall Daun gezaudert, Und Fritz und Zieten nie, Es ward jetzt durchgeplaudert Bei Tisch in Sanssouci.

Einst mocht′ es ihm nicht schmecken, Und sieh, der Zieten schlief. Ein Höfling wollt′ ihn wecken, Der König aber rief: “Laßt schlafen mir den Alten, Er hat in mancher Nacht Für uns sich wach gehalten, Der hat genug gewacht!” -

Und als die Zeit erfüllet Des alten Helden war, Lag einst, schlicht eingehüllet, Hans Zieten , der Husar. Wie selber er genommen Die Feinde stets im Husch, So war der Tod gekommen, Wie Zieten aus dem Busch.

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Illustration zu Der alte Zieten

Interpretation

Das Gedicht "Der alte Zieten" von Theodor Fontane ist eine Hommage an den preußischen Husarengeneral Joachim Hans von Zieten. Es schildert Zietens militärische Erfolge und seine enge Verbindung zu König Friedrich II., dem "alten Fritz". Das Gedicht beginnt mit der Beschreibung von Zietens Tapferkeit im Kampf, seiner Rolle als "Blitz" neben Friedrichs "Donner" und ihrer gemeinsamen Erfolge in Schlachten wie Hennersdorf, Prag, Liegnitz und Leuthen. Es geht dann über zu einer Anekdote, in der Zieten bei einem Bankett einschläft und Friedrich ihn nicht wecken lässt, da er ihn für seine Dienste ruhen lassen will. Das Gedicht endet mit dem Tod Zietens, der ebenso unerwartet und schnell kommt wie er selbst im Kampf war. Das Gedicht zeichnet ein heroisches Bild von Zieten als loyalem und tapferem Soldaten, der für seinen König und sein Land kämpft. Es betont seine Schnelligkeit und Unberechenbarkeit im Kampf, die mit einem Blitz verglichen wird. Die enge Beziehung zwischen Zieten und Friedrich wird durch die Anekdote vom Einschlafen beim Bankett unterstrichen, die Zietens Erschöpfung nach vielen Nächten ohne Schlaf zeigt. Das Gedicht endet mit einer poetischen Beschreibung von Zietens Tod, der ebenso plötzlich und unerwartet kommt wie er selbst im Kampf war. Insgesamt ist "Der alte Zieten" eine patriotische und heroische Hommage an einen preußischen Militärführer. Es betont Zietens Tapferkeit, Loyalität und enge Verbindung zu Friedrich II. Das Gedicht verwendet militärische Metaphern und Anspielungen auf spezifische Schlachten, um ein lebendiges Bild von Zietens Leben und Vermächtnis zu zeichnen.

Schlüsselwörter

zieten fritz alten hans feind busch schlag nie

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Stilmittel

Alliteration
Dem Feind die Stirne bieten
Anapher
Bei Hennersdorf und Prag, Bei Liegnitz und bei Leuthen
Bildsprache
Mit seinen Leibhusaren, Der Zieten aus dem Busch
Hyperbel
Er tat's wohl hundertmal
Kontrast
Ob warm', ob kalte Schläge
Metapher
Der Donner war der eine, Der andere war der Blitz
Personifikation
Der Friede war geschlossen
Symbolik
Der alte Zieten
Vergleich
So war der Tod gekommen, Wie Zieten aus dem Busch