Der allezeit vergnügte Tabakraucher

Johann Peter Hebel

1760

IM FRÜHLING `s Bäumli blüeiht, un’s Brünnli springt. Potz tausig, loos, wie’s Vögeli singt! Me het sy Freud un frohe Muet, un’s Pfiifli, nai, wie schmeckt’s so guet!

IM SOMMER Volli Ähri, wo me goht, Bäum voll Öpfel, wo me stoht, un es isch e Hitz un Gluet! Aineweg schmeckt’s Pfiifli guet.

IM HERBST Chönnt denn d’Welt no besser sii? Mit sym Trüübel, mit sym Wii stärkt der Herbst my lustig Bluet; un my Pfiifli schmeckt so guet.

IM WINTER Winterszyt, schöni Zyt! Schnee uf alle Berge lyt, uf ein Dach un uf em Huet. Justement schmeckt’s Pfiifli guet.

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Illustration zu Der allezeit vergnügte Tabakraucher

Interpretation

Das Gedicht "Der allezeit vergnügte Tabakraucher" von Johann Peter Hebel beschreibt die unerschütterliche Freude eines Tabakrauchers über die vier Jahreszeiten hinweg. In jedem Vers wird die Zufriedenheit des Rauchers mit seiner Pfeife betont, die unabhängig von äußeren Umständen stets gut schmeckt. Im Frühling erfreut sich der Tabakraucher an der blühenden Natur und dem Gesang der Vögel, während seine Pfeife ihm zusätzliche Freude bereitet. Der Sommer bringt volle Ähren und Obstbäume, Hitze und Glut, doch auch hier bleibt der Genuss der Pfeife unverändert. Der Herbst stärkt mit seinem Trübelf und Wind die lustige Stimmung des Rauchers, der seine Pfeife als immer wohlschmeckend empfindet. Im Winter schließlich, wenn Schnee die Berge und Dächer bedeckt, erreicht die Zufriedenheit des Tabakrauchers ihren Höhepunkt. Die winterliche Szenerie wird als "schöni Zyt" bezeichnet, und die Pfeife schmeckt "justement" gut – ein Ausdruck, der die perfekte Harmonie zwischen dem Raucher und seinem Genussmittel in dieser Jahreszeit unterstreicht.

Schlüsselwörter

pfiifli schmeckt guet herbst sym frühling bäumli blüeiht

Wortwolke

Wortwolke zu Der allezeit vergnügte Tabakraucher

Stilmittel

Alliteration
Bäumli blüeiht, un’s Brünnli springt
Anapher
IM FRÜHLING, IM SOMMER, IM HERBST, IM WINTER
Metapher
mit sym Trüübel, mit sym Wii
Parallelismus
un’s Pfiifli, nai, wie schmeckt’s so guet! / Aineweg schmeckt’s Pfiifli guet. / un my Pfiifli schmeckt so guet. / Justement schmeckt’s Pfiifli guet.
Personifikation
schöni Zyt