Der Abendhimmel

Joseph Christian von Zedlitz

1862

Wenn ich an Deiner Seite Im Abenddunkel geh’, Den Mond und sein Geleite, Die tausend Sterne seh',

Dann möcht’ ich den Mond umfangen Und drücken an meine Brust, Die Sterne herunter langen In voller, sel’ger Lust!

Mit ihnen die Locken Dir schmücken! Und schmücken die schöne Brust, Ich möcht’ Dich schmücken und drücken, Und sterben vor Wonn’ und Lust! –

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Illustration zu Der Abendhimmel

Interpretation

Das Gedicht "Der Abendhimmel" von Joseph Christian von Zedlitz beschreibt die tiefe Sehnsucht und Zuneigung des lyrischen Ichs zu seiner Begleiterin. In der Abenddämmerung, begleitet von Mond und Sternen, entsteht ein romantisches und fast traumhaftes Gefühl der Verbundenheit. Der Anblick des nächtlichen Himmels weckt den Wunsch, die Schönheit des Universums mit der Geliebten zu teilen und ihr damit eine besondere Ehre zu erweisen. Die zweite Strophe offenbart eine fast kindliche Fantasie, in der das lyrische Ich den Mond umarmen und die Sterne herunternehmen möchte, um sie der Geliebten als Schmuck zu schenken. Diese Bilder symbolisieren die unendliche Liebe und den Wunsch, der Geliebten etwas Einzigartiges und Unvergleichliches zu bieten. Die Sterne, die normalerweise unerreichbar sind, werden hier zu einem Symbol für die Hingabe und den Wunsch, der Geliebten nahe zu sein. Im letzten Vers kulminiert die Intensität der Gefühle in einem fast ekstatischen Zustand, in dem das lyrische Ich vor Glück und Lust sterben möchte. Dieser Ausdruck verdeutlicht die Überwältigung durch die Liebe und die tiefe emotionale Erfüllung, die der Anblick des Abendhimmels in Verbindung mit der Anwesenheit der Geliebten auslöst. Das Gedicht endet mit einem Ausdruck vollkommener Hingabe und dem Wunsch, in der Liebe aufzugehen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Die Sterne herunter langen In voller, sel'ger Lust!
Hyperbel
Und sterben vor Wonn' und Lust!
Metapher
Den Mond und sein Geleite, Die tausend Sterne seh'
Personifikation
Den Mond umfangen