Der Abend
1871Auf braunen Sammetschuhen geht der Abend durch das müde Land, sein weiter Mantel wallt und weht, und Schlummer fällt von seiner Hand.
Mit stiller Fackel steckt er nun der Sterne treue Kerzen an. Sei ruhig, Herz! Das Dunkel kann dir nun kein Leid mehr tun.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Abend" von Christian Morgenstern beschreibt die friedliche und beruhigende Atmosphäre, die der Abend mit sich bringt. Der Abend wird als eine Personifizierung dargestellt, die sanft durch das müde Land geht und dabei einen weiten Mantel trägt, der wallt und weht. Mit seiner stillen Fackel entzündet er die treuen Kerzen der Sterne am Himmel. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Ruhe und Geborgenheit, indem es das Herz auffordert, still zu sein und sich keine Sorgen mehr um das Dunkel zu machen. Morgenstern verwendet eindrucksvolle Bilder und Metaphern, um die Stimmung des Abends einzufangen. Die braunen Sammetschuhe und der weite Mantel des Abends verleihen ihm eine elegante und majestätische Erscheinung. Die stillen Fackeln, die die Sterne entzünden, symbolisieren die Hoffnung und das Licht, das selbst in der Dunkelheit vorhanden ist. Die Personifizierung des Abends und die Aufforderung an das Herz, ruhig zu sein, verleihen dem Gedicht eine beruhigende und tröstende Note. Das Gedicht kann als eine Ode an die Schönheit und den Trost des Abends interpretiert werden. Es erinnert den Leser daran, dass selbst in den dunkelsten Stunden des Lebens ein Funke Hoffnung und Trost vorhanden ist. Die ruhige und friedliche Atmosphäre des Abends kann als Metapher für innere Ruhe und Gelassenheit dienen. Morgenstern lädt den Leser ein, die Schönheit des Abends zu schätzen und sich von seiner beruhigenden Wirkung inspirieren zu lassen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Sei ruhig, Herz! Das Dunkel kann dir nun kein Leid mehr tun
- Personifikation
- Mit stiller Fackel steckt er nun der Sterne treue Kerzen an