Der Abend
1913Mit toten Heldengestalten Erfüllst du Mond Die schweigenden Wälder, Sichelmond – Mit der sanften Umarmung Der Liebenden, Den Schatten berühmter Zeiten Die modernden Felsen rings; so bläulich erstrahlt es Gegen die Stadt hin, Wo kalt und böse Ein verwesend Geschlecht wohnt, Der weißen Enkel Dunkle Zukunft bereitet. Ihr mondverschlungnen Schatten Aufseufzend im leeren Kristall Des Bergsees.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Abend" von Georg Trakl vermittelt eine düstere und melancholische Stimmung. Es beginnt mit einer Beschreibung des Mondes, der die Wälder mit toten Heldengestalten erfüllt. Der Mond wird als Sichelmond dargestellt, der die Liebenden sanft umarmt und die Schatten berühmter Zeiten auf die modernden Felsen wirft. Die Szenerie wird als bläulich erstrahlend gegen die Stadt hin beschrieben, in der ein verwesendes Geschlecht lebt. Die weißen Enkel haben eine dunkle Zukunft vor sich. Die zweite Strophe des Gedichts verstärkt die düstere Atmosphäre. Die mondverschlungenen Schatten seufzen im leeren Kristall des Bergsees. Der See symbolisiert die Leere und das Fehlen von Leben und Hoffnung. Die Verwendung von Wörtern wie "verwesend" und "modernd" verstärkt das Gefühl von Verfall und Tod. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre des Verfalls und des Untergangs. Die Natur wird als leblos und düster dargestellt, während die Stadt als Ort des Verfalls und der Dunkelheit beschrieben wird. Die Verwendung von Bildern wie dem Mond, den Wäldern und dem Bergsee verstärkt die melancholische Stimmung des Gedichts. Trakl nutzt die Natur als Metapher für den Zustand der Gesellschaft und deutet an, dass die Zukunft düster und hoffnungslos ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Die modernden Felsen rings
- Enjambement
- Mit toten Heldengestalten / Erfüllst du Mond
- Kontrast
- Die sanfte Umarmung der Liebenden vs. das verwesend Geschlecht
- Personifikation
- Mit toten Heldengestalten erfüllst du Mond die schweigenden Wälder
- Symbolik
- Mond als Symbol für den Abend und die Vergänglichkeit