Der Abend

Friedrich von Schiller

1759

Senke, strahlender Gott - die Fluren dürsten Nach erquickendem Thau, der Mensch verschmachtet, Matter ziehen die Rosse - Senke den Wagen hinab! Siehe, wer aus des Meers krystallner Woge Lieblich lächelnd dir winkt! Erkennt dein Herz sie? Rascher fliegen die Rosse, Tethys, die göttliche, winkt.

Schnell vom Wagen herab in ihre Arme Springt der Führer, den Zaum ergreift Cupido, Stille halten die Rosse, Trinken die kühlende Fluth.

An dem Himmel herauf mit leisen Schritten Kommt die duftende Nacht; ihr folgt die süße Liebe. Ruhet und liebet! Phöbus, der liebende, ruht.

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Illustration zu Der Abend

Interpretation

Das Gedicht "Der Abend" von Friedrich von Schiller beschreibt den Übergang vom Tag zur Nacht. Es beginnt mit einer Bitte an den strahlenden Gott, die Felder und den durstenden Menschen mit Tau zu erquicken und die Pferde zu erfrischen. Der Gott wird aufgefordert, seinen Wagen hinabzusenken, da sich Tethys, die Göttin des Meeres, ihm zuwinkt. In der zweiten Strophe springt der Führer schnell aus dem Wagen in Tethys' Arme, während Cupido den Zaum ergreift und die Pferde stillhalten, um das kühle Wasser zu trinken. Anschließend kommt die duftende Nacht mit leisen Schritten, gefolgt von der süßen Liebe. Das Gedicht endet mit der Aufforderung, sich auszuruhen und zu lieben, da auch Phöbus, der liebende Gott, ruht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Ruhe und Erholung, die mit dem Einbruch der Nacht einhergeht. Es beschreibt den Übergang vom hektischen Tag zur friedlichen Nacht und lädt den Leser dazu ein, sich ebenfalls zur Ruhe zu begeben und die Zweisamkeit zu genießen.

Schlüsselwörter

rosse senke wagen winkt strahlender gott fluren dürsten

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Stilmittel

Anrufung
Senke, strahlender Gott
Apostrophe
Senke, strahlender Gott - die Fluren dürsten
Bildsprache
aus des Meers krystallner Woge
Personifikation
Lieblich lächelnd dir winkt
Symbolik
Tethys, die göttliche