Denk′ es, o Seele

Eduard Mörike

1851

Ein Tännlein grünet, wo, Wer weiß! im Walde, Ein Rosenstrauch, wer sagt, In welchem Garten? Sie sind erlesen schon, Denk′ es, o Seele, Auf deinem Grab zu wurzeln Und zu wachsen.

Zwei schwarze Rößlein weiden Auf der Wiese, Sie kehren heim zur Stadt In muntren Sprüngen. Sie werden schrittweis gehn Mit deiner Leiche; Vielleicht, vielleicht noch eh′ An ihren Hufen Das Eisen los wird, Das ich blitzen sehe

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Interpretation

Das Gedicht "Denk′ es, o Seele" von Eduard Mörike beschreibt eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre. Es beginnt mit dem Bild eines Tannenbaums und eines Rosenstrauchs, deren genauer Standort unbekannt ist. Diese Pflanzen werden als "erlesen" bezeichnet und sollen auf dem Grab des Sprechers wurzeln und wachsen. Dies deutet auf einen Tod und eine Bestattung hin. Der zweite Teil des Gedichts führt zwei schwarze Pferde ein, die auf einer Wiese weiden und in die Stadt zurückkehren. Diese Pferde werden als Begleiter der Leiche des Sprechers beschrieben, die "schrittweis" mit ihr gehen werden. Die Erwähnung des Eisens, das an den Hufen der Pferde blitzt, lässt auf Hufeisen schließen und verstärkt die düstere Stimmung des Gedichts. Die Interpretation dieses Gedichts könnte darauf hindeuten, dass der Sprecher über seinen eigenen Tod nachdenkt und sich mit der Vergänglichkeit des Lebens auseinandersetzt. Die Pflanzen auf dem Grab symbolisieren die Fortsetzung des Lebens, während die Pferde die Begleitung auf dem letzten Weg darstellen. Das blitzende Eisen könnte als Symbol für den Tod oder das Jenseits interpretiert werden.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Denk′ es, o Seele

Stilmittel

bildsprache
Zwei schwarze Rößlein weiden Auf der Wiese, Sie kehren heim zur Stadt In muntren Sprüngen.
metapher
Ein Tännlein grünet, wo, Wer weiß! im Walde, Ein Rosenstrauch, wer sagt, In welchem Garten?
personifikation
Sie sind erlesen schon, Denk′ es, o Seele, Auf deinem Grab zu wurzeln Und zu wachsen.
symbolik
Sie werden schrittweis gehn Mit deiner Leiche; Vielleicht, vielleicht noch eh′ An ihren Hufen Das Eisen los wird, Das ich blitzen sehe