Den Reinen

Hanns von Gumppenberg

1928

Ehe die Blüten verstieben, Ehe noch dunkelt das Grün, Mädchen, o lasset euch lieben, Ehe die Wunder verglühn!

Die euch umschwärmen, die Knaben, Jugendlich sehnend wie ihr, Laßt ihre Küsse sie haben Ohne Gescheu und Gezier!

Ihr mit den leuchtenden Stirnen! Wartet ihr gern auf die Zeit, Bis das Geschäker von Dirnen Ihnen die Lippen entweiht?

Jeder am duftenden Munde Hange der liebe Gesell - Sei euch die weckende Stunde Heilig und blütenhell!

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Illustration zu Den Reinen

Interpretation

Das Gedicht "Den Reinen" von Hanns von Gumppenberg ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Liebe und die sinnliche Erfahrung. Der Dichter fordert die jungen Mädchen auf, die Liebe zu genießen, bevor die Schönheit der Jugend verblasst. Er betont die Vergänglichkeit der Blüte und des Grüns, um die Dringlichkeit des Augenblicks zu unterstreichen. Die zweite Strophe richtet sich direkt an die Mädchen, die von jungen Männern umworben werden. Gumppenberg ermutigt sie, die Küsse der Liebhaber ohne Scheu und Ziererei anzunehmen. Er beschreibt die jungen Männer als jugendlich sehnend, was ihre Unschuld und Reinheit betont. In der dritten Strophe stellt der Dichter eine rhetorische Frage, die die Mädchen auffordert, über ihre Zukunft nachzudenken. Er fragt, ob sie wirklich darauf warten wollen, dass die Männer erst durch Erfahrungen mit Dirnen entweiht werden, bevor sie sich ihnen hingeben. Dies unterstreicht die Idee, dass die Reinheit und Unschuld der Jugend bewahrt und genossen werden sollte. Die letzte Strophe schließt mit einer positiven und erhebenden Botschaft. Gumppenberg fordert die Mädchen auf, die liebevollen Küsse ihrer Geliebten zu empfangen und die weckende Stunde als heilig und blütenhell zu betrachten. Dies vermittelt eine Botschaft der Freude und der Wertschätzung für die Schönheit und Reinheit der jungen Liebe.

Schlüsselwörter

ehe blüten verstieben dunkelt grün mädchen lasset lieben

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Stilmittel

Bildsprache
Heilig und blütenhell
Metapher
ihnen die Lippen entweiht
Personifikation
Die euch umschwärmen, die Knaben