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Den Reinen

Von

Ehe die Blüten verstieben,
Ehe noch dunkelt das Grün,
Mädchen, o lasset euch lieben,
Ehe die Wunder verglühn!

Die euch umschwärmen, die Knaben,
Jugendlich sehnend wie ihr,
Laßt ihre Küsse sie haben
Ohne Gescheu und Gezier!

Ihr mit den leuchtenden Stirnen!
Wartet ihr gern auf die Zeit,
Bis das Geschäker von Dirnen
Ihnen die Lippen entweiht?

Jeder am duftenden Munde
Hange der liebe Gesell –
Sei euch die weckende Stunde
Heilig und blütenhell!

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Den Reinen von Hanns von Gumppenberg

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Den Reinen“ von Hanns von Gumppenberg ist ein eindringlicher Appell an junge Mädchen, die Jugend und die Liebe in vollen Zügen zu genießen, solange die Zeit der Schönheit und Unschuld noch währt. Der Dichter fordert sie auf, die Liebe anzunehmen, bevor die Unschuld verloren geht und die Gelegenheit zum Glück verpasst wird. Der Titel des Gedichts, „Den Reinen“, deutet auf eine bewusste Zielgruppe hin: junge Frauen, die noch unberührt sind und deren Herzen offen für die Freuden der Liebe sind.

Die erste Strophe zeichnet ein Bild von Vergänglichkeit und Aufforderung zur Eile. Die Metaphern von „verstiebenden Blüten“ und „dunkelndem Grün“ stehen für das Vergehen der Jugend und die Notwendigkeit, die Liebe zu ergreifen, bevor die Zeit der Schönheit vorüber ist. Die Zeile „Mädchen, o lasset euch lieben, / Ehe die Wunder verglühn!“ ist der Kern des Gedichts und betont die Dringlichkeit, die Gunst der Stunde zu nutzen. Die folgenden Strophen greifen diesen Gedanken auf und beschreiben die jungen Männer, die umworben werden, als sehnsüchtig und unschuldig wie die Mädchen selbst.

Das Gedicht impliziert eine Warnung vor verpassten Gelegenheiten und der Gefahr, durch Zögern die Liebe zu verpassen. Die dritte Strophe schlägt einen deutlich warnenden Ton an, wenn sie die Mädchen fragt, ob sie warten wollen, bis ihre Verehrer durch „Geschäker von Dirnen“ verdorben werden. Diese Zeilen deuten auf eine gewisse moralische Komponente hin, indem sie die Reinheit der jungen Liebe als Wert hervorheben und die Gefahr der fleischlichen Vergnügungen als korrumpierend darstellen.

In der letzten Strophe wird die Aufforderung zur Liebe nochmals bekräftigt, indem die „weckende Stunde“ als „heilig und blütenhell“ bezeichnet wird. Dies unterstreicht die Bedeutung des Augenblicks und die Möglichkeit, die Liebe als etwas Heiliges und Schönes zu erfahren. Das Gedicht ist somit eine Ode an die jugendliche Liebe, an die Unbeschwertheit und an die Vergänglichkeit der Jugend, die dazu auffordert, die Gelegenheit beim Schopf zu packen, bevor sie für immer entschwindet.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.