Den Mördern Robert Blum′s
Wenn einst der Freiheit Hymnen schallen,
Die Schwerter wieder rein von Blut;
Dann will ich zu der Stätte wallen,
Wo Robert Blum, der Edle, ruht;
Dann schmück′ ich unter Thränen
In einer stillen Nacht,
Wenn sie mich schlummernd wähnen,
Sein Grab mit Blumenpracht.
Was soll uns jetzt die Klage frommen?
Mein Aug ist , doch ,
Es wird der Tag des Kampfes kommen,
Die Leier nicht – es gilt den Speer!
Aus jeder Todeswunde
Ein Gott der Rache spricht:
Noch kennt ihr bis zur Stunde
Des Zornes Allmacht nicht!
Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Den Mördern Robert Blum’s“ von Louise Franziska Aston ist eine leidenschaftliche Reaktion auf die Ermordung des liberalen Politikers Robert Blum im Revolutionsjahr 1848. Es ist durchzogen von Trauer, Wut und einem unerschütterlichen Glauben an die letztendliche Verwirklichung der Freiheit und der Rache für das begangene Unrecht. Die Autorin wendet sich direkt an die Mörder und beschreibt ihre Gefühle und Visionen im Angesicht des Verlustes.
Die erste Strophe ist von tiefer Trauer und dem Versprechen der ewigen Verehrung geprägt. Aston visualisiert einen stillen Moment der Ehrung, in dem sie in einer kommenden, besseren Zeit, wenn die Freiheit siegt und die Waffen ruhen, das Grab Blums mit Blumen schmückt. Dieses Bild der Nacht, in der sie – von der Welt unbemerkt, da sie schlummernd gewähnt wird – die Erinnerung an den Toten ehrt, ist ein starkes Zeichen der persönlichen Anteilnahme und des Gedenkens. Es unterstreicht die Bedeutung, die Blum für die Freiheitsbewegung hatte.
In der zweiten Strophe ändert sich der Tonfall von Trauer zu Kampfeslust. Die Autorin stellt die Frage nach der Effektivität der Klage und wechselt vom lyrischen Ausdruck zur Entschlossenheit des Kampfes. Die Metapher von der Leier, die durch den Speer ersetzt wird, symbolisiert den Übergang von passiver Trauer zu aktivem Widerstand. Der Kampf, das Ziel, ist jetzt die treffende Antwort, die Rache, die durch die Worte aus jeder Todeswunde spricht. Dieser Übergang ist ein zentrales Element des Gedichts, welches die Transformation von Betroffenheit in Kampfbereitschaft zeigt.
Das Gedicht ist ein Ausdruck der politischen und emotionalen Umstände der Zeit. Aston kombiniert persönliche Trauer mit politischer Agitation, indem sie die Ermordung Blums als Anlass für eine Kampfansage nutzt. Die abschließende Zeile, „Noch kennt ihr bis zur Stunde / Des Zornes Allmacht nicht!“, ist eine deutliche Drohung und ein Ausdruck des unerschütterlichen Glaubens an die letztendliche Gerechtigkeit und die Macht der Rache. Aston spricht hier nicht nur von Rache, sondern von einer Allmacht des Zorns, die die Mörder noch nicht erfasst haben und die die Strafe für ihre Tat darstellt.
Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.
Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.