Den Kuß auf morgen nicht verschieb'
1746Den Kuß auf morgen nicht verschieb′! Küß mir ihn auf der Stelle! Gepflückt vom Strauch, gepflückt von Lieb′ Muß werden schnelle, schnelle!
Denn weg vom Strauch die Blum′ verweht; Drum pflücke sie im Blühen, Und nach dem Kuß die Lust vergeht - Drum küß mich rasch im Glühen!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Den Kuß auf morgen nicht verschieb" von Christian Fürchtegott Gellert thematisiert die Vergänglichkeit der Liebe und die Dringlichkeit, die Momente der Leidenschaft zu ergreifen. Der Sprecher appelliert an seinen Geliebten, den Kuss nicht auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, sondern ihn sofort zu geben. Die Metapher des gepflückten Strauchs und der Blume veranschaulicht, dass die Liebe und die damit verbundenen Freuden vergänglich sind und ergriffen werden müssen, solange sie in voller Blüte stehen. Der zweite Teil des Gedichts betont die Flüchtigkeit der Lust und der Leidenschaft. Der Sprecher warnt davor, dass die Blume, sobald sie vom Strauch gepflückt wird, verweht. Ebenso verfliegt die Lust nach dem Kuss. Diese Vergleiche unterstreichen die Notwendigkeit, die Liebe und die damit verbundenen Freuden im gegenwärtigen Moment zu genießen, da sie nicht ewig währen. Die Wiederholung des Wortes "schnelle" und die Aufforderung, "rasch im Glühen" zu küssen, verstärken die Dringlichkeit und Intensität der Bitte. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Unmittelbarkeit und der Wertschätzung des gegenwärtigen Moments. Gellert nutzt die Naturbilder von Strauch und Blume, um die vergängliche Natur der Liebe und der Leidenschaft zu verdeutlichen. Der Sprecher ermutigt seinen Geliebten, die Gelegenheit zu nutzen und den Kuss im Augenblick der Leidenschaft zu geben, bevor die Zeit vergeht und die Chance verloren geht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Den Kuß auf morgen nicht verschieb′! / Küß mir ihn auf der Stelle!
- Hyperbel
- Muß werden schnelle, schnelle!
- Imperativ
- Küß mir ihn auf der Stelle!
- Metapher
- Gepflückt vom Strauch, gepflückt von Lieb′
- Reimschema
- AABB
- Symbolik
- Denn weg vom Strauch die Blum′ verweht