Den Deutschen in Oesterreich

Friedrich Adler

1857

Laßt laut die Töne klingen, Wie mächtig dröhnend Erz, Aufschreckend sollen sie dringen In jedes schwanke Herz; Dem Schwerte gleich soll′s wettern Das Wort gewaltigen Streichs, Das Kampflied soll erschmettern, Der Deutschen Oesterreichs!

Das war ein heißes Mühen, Rastlose deutsche Hand, Bis du in helles Blühen Gekleidet weit das Land; Das war ein eifrig Bauen, Ein Zimmern unverzagt, Bis herrlich anzuschauen Der Bau zur Höh′ geragt!

Und sieh′! in deutscher Krone Glänzt Austria so hehr; Dem deutschen Fleiß zum Lohne Schwillt golden der Saaten Meer; Durch deutsches Wort verbunden Schließt eng sich Glied an Glied; Den schönsten Kranz gewunden Hat rings das deutsche Lied.

Und soll das nun zerfallen, Was hoch und heilig stand? Und soll dein Wort verhallen, Mein Volk, im eignen Land? Nein, unerschüttert setze Die volle Kraft darein, Du wahr′st die höchsten Schätze, Wenn du bewahr′st, was dein!

Und wie vor tausend Jahren Die Väter, kühn und stark, Vor drängenden Barbaren Geschützt des Ostens Mark, So auf demselben Grunde Steh′ heute treu die Hut, Und gebe leuchtend Kunde Vom alten Heldenblut.

So hüte die heilige Flamme Vor jedem Sturm und Stoß Vom herrlich großen Stamme Du kräftig edler Sproß! Wie heiß es dich umstritte, Steh′ fest und wanke nicht: Für deutsche Art und Sitte, Für Freiheit, für das Licht!

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Illustration zu Den Deutschen in Oesterreich

Interpretation

Das Gedicht "Den Deutschen in Oesterreich" von Friedrich Adler ist ein patriotisches Werk, das die deutsche Gemeinschaft in Österreich anspricht und zum Kampf für ihre Rechte und Identität aufruft. Es betont die historischen Leistungen der Deutschen in Österreich und ruft sie dazu auf, ihre kulturelle und sprachliche Einheit zu bewahren. Das Gedicht beginnt mit einem Aufruf, laut und kraftvoll aufzutreten, um die Herzen der Menschen zu erreichen und zu bewegen. Es vergleicht das Wort mit einem Schwert, das mächtig zuschlägt und ein Kampflied erklingen lässt, das die Deutschen in Österreich vereint. Der Dichter erinnert an die harte Arbeit und den unermüdlichen Einsatz der deutschen Gemeinschaft, die das Land durch ihre Fleiß und ihren unerschrockenen Baukunst zu einem blühenden und bewundernswerten Ort gemacht haben. Das Gedicht beschreibt Österreich als eine deutsche Krone, die durch den deutschen Fleiß zum Leuchten gebracht wurde. Die deutsche Sprache und das deutsche Lied haben die Menschen eng verbunden und einen schönen Kranz um das Land gewunden. Der Dichter fragt sich, ob all das nun zerfallen soll und ob das deutsche Wort im eigenen Land verhallen soll. Er ruft die Deutschen in Österreich dazu auf, ihre volle Kraft einzusetzen, um die höchsten Schätze zu bewahren, die ihnen gehören. Das Gedicht erinnert an die Vorfahren, die vor tausend Jahren mutig und stark die Grenzen des Ostens gegen die Barbaren verteidigt haben. Es ruft die heutige Generation dazu auf, auf demselben Grund treu die Wache zu halten und vom alten Heldenblut zu zeugen. Der Dichter fordert die Deutschen in Österreich auf, die heilige Flamme ihrer Kultur und Identität vor jedem Sturm und Stoß zu hüten und festzustehen, auch wenn es heiß um sie streitet. Er ruft sie dazu auf, für die deutsche Art und Sitte, für Freiheit und für das Licht zu kämpfen.

Schlüsselwörter

soll wort deutsche deutschen land herrlich glied steh

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Laßt laut die Töne klingen
Hyperbel
Der Deutschen Oesterreichs
Imperativ
Steh fest und wanke nicht
Metapher
Für deutsche Art und Sitte, Für Freiheit, für das Licht
Personifikation
Das Wort gewaltigen Streichs
Rhetorische Frage
Und soll dein Wort verhallen, Mein Volk, im eignen Land?