Dem Todten

Ludwig Eichrodt

1827

Schwestern helft mir tragen Meinen großen Schmerz, Oder laßt mich klagen Wie ein redlich Herz!

Nimmerwiederbringen Könnt ihr mir den Freund; Will mich schon bezwingen, Hab ich ausgeweint.

Leben einzuhauchen, Euerm Trost gebricht; Aus den lieben Augen Flamme losch und Licht.

Von den lieben Wangen Floh das muntre Roth - Er ist hingegangen In den bittern Tod.

Herrlich und in Freuden Lebten Herz und Geist, Wußten nicht, was Leiden Und Entbehren heißt.

In uns selber fanden Wir Ersatz und Lust, Lust und Hoffnung schwanden Nimmer aus der Brust.

Darum will ich klagen, Darum traurig sein, Denn in künftgen Tagen Weiß ich mich allein.

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Illustration zu Dem Todten

Interpretation

Das Gedicht "Dem Todten" von Ludwig Eichrodt thematisiert den tiefen Schmerz und die Trauer über den Verlust eines geliebten Freundes. Der Sprecher bittet seine Schwestern um Hilfe, seinen großen Schmerz zu tragen oder ihn wie ein redliches Herz klagen zu lassen. Der Verlust des Freundes ist unwiederbringlich, und der Sprecher fühlt sich bereits überwältigt von der Trauer, obwohl er bereits ausgeweint hat. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt den Tod des Freundes und die damit verbundene Veränderung. Der Sprecher stellt fest, dass es unmöglich ist, dem Verstorbenen neues Leben einzuhauchen oder Trost zu spenden. Die einst leuchtenden Augen und die rosigen Wangen des Freundes sind nun erloschen, und er ist in den bitteren Tod gegangen. Der Sprecher erinnert sich an die glücklichen Zeiten, die er mit dem Freund verbracht hat, als Herz und Geist in Freude lebten und sie nichts von Leiden und Entbehrung wussten. Im letzten Teil des Gedichts reflektiert der Sprecher über die innere Stärke und Hoffnung, die er und sein Freund einst in sich selbst fanden. Sie konnten sich selbst Ersatz und Lust geben, und Hoffnung schwand nie aus ihrer Brust. Doch nun, nach dem Verlust des Freundes, will der Sprecher klagen und traurig sein, da er sich in den kommenden Tagen allein weiß. Das Gedicht vermittelt eindringlich die tiefe Trauer und das Gefühl der Einsamkeit, das der Verlust eines geliebten Menschen mit sich bringt.

Schlüsselwörter

klagen herz will lieben lust darum schwestern helft

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Schwestern helft mir tragen / Meinen großen Schmerz, / Oder laßt mich klagen
Antithese
Lust und Hoffnung schwanden / Nimmer aus der Brust
Bildsprache
Aus den lieben Augen / Flamme losch und Licht
Hyperbel
Meinen großen Schmerz
Kontrast
Herrlich und in Freuden / Lebten Herz und Geist, / Wußten nicht, was Leiden / Und Entbehren heißt
Metapher
Meinen großen Schmerz
Personifikation
Leben einzuhauchen
Vergleich
Klagen / Wie ein redlich Herz