Dein Kerker bist du selbst
1677Die Welt, die hält dich nicht, du selber bist die Welt, Die dich in dir mit dir so stark gefangen hält.
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Interpretation
Das Gedicht "Dein Kerker bist du selbst" von Angelus Silesius beschäftigt sich mit der inneren Gefangenschaft des Menschen. Der erste Vers deutet darauf hin, dass die äußere Welt den Menschen nicht einschränkt, sondern dass er selbst der Schöpfer seiner eigenen Begrenzungen ist. Die Welt wird als etwas beschrieben, das den Menschen nicht festhält, was darauf hindeutet, dass die äußeren Umstände nicht die eigentliche Ursache seiner Gefangenschaft sind. Im zweiten Vers wird die Metapher des Gefängnisses weiter ausgebaut. Der Mensch wird als sein eigener Kerkermeister dargestellt, der sich selbst in sich selbst gefangen hält. Die Wiederholung des Wortes "dich" betont die Selbstbezogenheit und die innere Isolation des Menschen. Die Stärke der Gefangenschaft liegt in der eigenen Wahrnehmung und den eigenen Gedanken. Die Interpretation dieses Gedichts legt nahe, dass der Mensch durch seine eigenen Gedanken und Gefühle eingeschränkt wird. Die äußere Welt ist nicht die Ursache seiner Gefangenschaft, sondern vielmehr seine innere Einstellung und seine selbst auferlegten Grenzen. Angelus Silesius fordert den Leser auf, sich bewusst zu werden, dass die Befreiung aus diesem selbst geschaffenen Gefängnis nur durch eine Veränderung der eigenen inneren Haltung möglich ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Chiasmus
- Die Welt, die hält dich nicht, du selber bist die Welt
- Metapher
- Dein Kerker bist du selbst
- Parallelismus
- Die dich in dir mit dir so stark gefangen hält