Dein Bestes

Otto Roquette

1880

Dein Bestes willst du gern bekennen, Das Schönste, was du je erdacht, Doch zauderst du, der Welt zu nennen, Was dich unsagbar glücklich macht.

Und wär′s Verirrung, süße Plage, Dein Eigenstes hältst du verhehlt, Vernichtet wär am hellen Tage Was dich beseligt, was dich quält.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Dein Bestes

Interpretation

Das Gedicht "Dein Bestes" von Otto Roquette thematisiert die innere Zerrissenheit des lyrischen Ichs, das zögert, sein tiefstes, schönstes und glücklichstes Schöpfungswerk der Welt zu offenbaren. Es beschreibt die Furcht, dass die Veröffentlichung dieses persönlichen Werkes seine Einzigartigkeit und seinen Wert verlieren könnte. Das lyrische Ich hütet seine innersten Gedanken und Gefühle wie einen kostbaren Schatz, den es nicht preisgeben möchte. Das Gedicht spielt mit dem Gegensatz zwischen dem Wunsch, das eigene Beste zu teilen, und der Angst vor der Reaktion der Außenwelt. Das lyrische Ich scheint zu befürchten, dass die Offenbarung seines "Eigensten" zu einer Art "Vernichtung" führen könnte. Es geht hier nicht nur um die Angst vor Kritik oder Missverständnissen, sondern auch um die Befürchtung, dass das, was das lyrische Ich "beseligt" und "quält", seinen Zauber verlieren könnte, wenn es dem Tageslicht ausgesetzt wird. Das Gedicht kann als eine Reflexion über den kreativen Prozess und die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft gelesen werden. Es wirft Fragen nach der Notwendigkeit und dem Wert der öffentlichen Präsentation von Kunst auf und deutet an, dass manche Werke ihre Kraft und Bedeutung nur in der Abgeschiedenheit behalten. Roquette vermittelt die Vorstellung, dass das, was uns am tiefsten berührt und bewegt, oft zu kostbar ist, um es der Welt zu zeigen.

Schlüsselwörter

wär bestes willst gern bekennen schönste erdacht zauderst

Wortwolke

Wortwolke zu Dein Bestes

Stilmittel

Alliteration
Dein Bestes willst du gern bekennen
Bildsprache
Vergnügt wär am hellen Tage
Kontrast
Was dich unsagbar glücklich macht
Metapher
Das Schönste, was du je erdacht
Personifikation
Was dich beseligt, was dich quält