Dat veniam corvis, vexat censura columbas
1888Juvenal. Sat. II. 65.
Der schwarzen Locken Glanz wird, fast ohn′ Unterscheid, Bei dir der Schönen Rang entscheiden. Auf Blonde stichelst du. Mich däucht, du gehst zu weit: Sei klüger, Freund, und halt′s mit beiden.
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Interpretation
Das Gedicht "Dat veniam corvis, vexat censura columbas" von Friedrich von Hagedorn thematisiert die Doppelmoral in der Beurteilung von Schönheit und den Einfluss von Vorurteilen. Der Titel, der aus einer Satire von Juvenal stammt, deutet darauf hin, dass Kritik oft die Schwachen trifft, während die Starken verschont bleiben. In diesem Kontext könnte dies bedeuten, dass dunkelhaarige Frauen bevorzugt werden, während Blondinen kritisiert werden. Der erste Vers beschreibt, wie der Glanz schwarzer Locken fast ohne Unterschied den Rang der Schönheit bei der Angebeteten bestimmt. Dies impliziert, dass dunkles Haar als Schönheitsideal gilt und Blondinen benachteiligt werden. Der zweite Vers deutet an, dass der Sprecher sich über Blondinen lustig macht, was als zu weit gehend empfunden wird. Der dritte Vers mahnt zur Vorsicht und rät, beide Haarfarben gleich zu behandeln, um nicht in die Falle der Vorurteile zu tappen. Das Gedicht regt zur Reflexion über die Willkür von Schönheitsstandards und die Notwendigkeit einer fairen Bewertung an. Es fordert den Leser auf, sich von Vorurteilen zu lösen und alle Formen von Schönheit anzuerkennen. Die Botschaft ist eine Mahnung zur Toleranz und zum bewussten Umgang mit äußerlichen Merkmalen, um eine gerechtere und offenere Gesellschaft zu fördern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der schwarzen Locken Glanz wird, fast ohn′ Unterscheid
- Appell
- Sei klüger, Freund, und halt′s mit beiden
- Kontrast
- Auf Blonde stichelst du
- Metapher
- Der schwarzen Locken Glanz