Dass du mich liebst

Heinrich Heine

1849

Dass du mich liebst, das wusst ich, ich hatte es längst entdeckt; doch als du mir gestanden, hat es mich tief erschreckt.

Ich stieg wohl auf die Berge und jubelte und sang; ich ging ans Meer und weinte beim Sonnenuntergang.

Mein Herz ist wie die Sonne so flammend anzusehn, und in ein Meer von Liebe versinkt es groß und schön.

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Interpretation

Das Gedicht "Dass du mich liebst" von Heinrich Heine beschreibt die emotionale Reise des lyrischen Ichs nachdem es von der Liebe seines Gegenübers erfährt. Zunächst ist das Ich überrascht und erschrocken, obwohl es die Liebe bereits vermutet hatte. Diese Reaktion zeigt die Intensität der Gefühle und die plötzliche Realität der Situation. In den folgenden Versen wird die emotionale Ausgelassenheit des lyrischen Ichs dargestellt. Es steigt auf Berge und jubelt, singt vor Freude. Am Meer weint es beim Sonnenuntergang, was die tiefe Rührung und das überwältigende Gefühl der Liebe symbolisiert. Diese Bilder vermitteln die Höhen und Tiefen der emotionalen Erfahrung. Das Herz des lyrischen Ichs wird mit der Sonne verglichen, was die Leidenschaft und Intensität seiner Liebe verdeutlicht. Die Liebe wird als ein Meer beschrieben, in das das Herz "groß und schön" versinkt. Diese Metapher unterstreicht die Weite und Tiefe der empfundenen Emotionen. Insgesamt vermittelt das Gedicht die überwältigende und transformative Kraft der Liebe. Es zeigt, wie die Erkenntnis der gegenseitigen Liebe das Ich in einen Zustand der Ekstase und des tiefen emotionalen Ausdrucks versetzt. Die Naturbilder von Bergen, Meer und Sonne dienen als Spiegelbilder für die inneren Gefühlswelten des lyrischen Ichs.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Hyperbel
Und in ein Meer von Liebe versinkt es groß und schön
Kontrast
Ich stieg wohl auf die Berge und jubelte und sang; Ich ging ans Meer und weinte beim Sonnenuntergang
Metapher
Mein Herz ist wie die Sonne so flammend anzusehn
Personifikation
Ich ging ans Meer und weinte beim Sonnenuntergang