Das Wort

Stefan George

1868

Wunder von ferne oder traum Bracht ich an meines landes saum

Und harrte bis die graue norn Den namen fand in ihrem born -

Drauf konnt ichs greifen dicht und stark Nun blüht und glänzt es durch die mark…

Einst langt ich an nach guter fahrt Mit einem kleinod reich und zart

Sie suchte lang und gab mir kund: “So schläft hier nichts auf tiefem grund”

Worauf es meiner hand entrann Und nie mein land den schatz gewann…

So lernt ich traurig den verzicht: Kein ding sei wo das wort gebricht

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Interpretation

Das Gedicht "Das Wort" von Stefan George handelt von der Macht und Bedeutung des Wortes. Der Sprecher bringt ein Wunder oder einen Traum an den Rand seines Landes und wartet, bis die graue Norn den Namen im Brunnen findet. Sobald er das Wort greifen kann, beginnt es zu blühen und zu glänzen. Der Sprecher erkennt, dass das Wort eine immense Kraft hat und dass es Dinge zum Leben erwecken kann. In der zweiten Strophe berichtet der Sprecher von einer Reise, bei der er ein Kleinod erreicht. Er gibt es einer Frau, die lange danach sucht, aber ihm mitteilt, dass hier nichts auf tiefem Grund schläft. Das Kleinod entgleitet seiner Hand und sein Land gewinnt nie den Schatz. Der Sprecher lernt, auf Dinge zu verzichten, die nicht durch das Wort erreicht werden können. Das Gedicht verdeutlicht die Bedeutung des Wortes als Quelle der Macht und des Lebens. Es zeigt, dass das Wort in der Lage ist, Dinge zum Leben zu erwecken und ihnen Bedeutung zu geben. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Wort auch Grenzen hat und nicht alles erreichen kann. Der Sprecher lernt, auf Dinge zu verzichten, die nicht durch das Wort erreicht werden können, und akzeptiert, dass manche Dinge unerreichbar bleiben.

Schlüsselwörter

wunder ferne traum bracht landes saum harrte graue

Wortwolke

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Stilmittel

Metapher
lernt ich traurig den verzicht
Personifikation
So schläft hier nichts auf tiefem grund
Symbolik
Kein ding sei wo das wort gebricht