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Das Wesen Gottes macht

Von

Das Wesen Gottes macht,
sich keinem Ding gemein,
Und muß notwendig doch,
auch in den Teufel sein.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Das Wesen Gottes macht von Angelus Silesius

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Das Wesen Gottes macht“ von Angelus Silesius ist eine kurze, aber tiefgründige philosophische Aussage über die Natur Gottes und seine Beziehung zur Welt. Es präsentiert eine scheinbar paradoxe These, die den Leser herausfordert, über die Grenzen des konventionellen Denkens hinauszugehen.

Der erste Vers „Das Wesen Gottes macht, / sich keinem Ding gemein“ etabliert die Transzendenz Gottes, seine Unvergleichbarkeit und seine Abgetrenntheit von der materiellen Welt. Gott ist demnach nicht in den Dingen dieser Welt enthalten, sondern steht über ihnen. Diese Aussage impliziert die Vorstellung, dass Gott von der Schöpfung unabhängig ist und nicht durch sie definiert werden kann.

Der zweite Teil des Gedichts, beginnend mit „Und muß notwendig doch, / auch in den Teufel sein“, führt jedoch eine überraschende Wendung ein. Hier wird die Allgegenwart Gottes betont, der in allem enthalten ist, sogar im Teufel. Dies ist ein radikaler Gedanke, der traditionelle Vorstellungen von Gut und Böse in Frage stellt. Silesius scheint anzudeuten, dass Gott nicht nur über der Welt steht, sondern auch in ihr existiert, in allem, was existiert, auch in dem, was als böse angesehen wird.

Die Quintessenz des Gedichts liegt also in der Auflösung des scheinbaren Widerspruchs zwischen Transzendenz und Immanenz Gottes. Gott ist gleichzeitig jenseits und in allem. Das Gedicht fordert den Leser auf, über die dualistische Sichtweise von Gut und Böse hinauszugehen und die Einheit des Seins, in dem Gott allgegenwärtig ist, zu erkennen. Es ist eine Aufforderung, die Grenzen des menschlichen Verstandes zu überschreiten und eine umfassendere Perspektive auf die göttliche Realität zu gewinnen.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.