Das weibliche Ideal

Friedrich von Schiller

1805

Überall weichet das Weib dem Manne; nur in dem Höchsten Weichet dem weiblichsten Weib immer der männlichste Mann. Was das Höchste mir sei? Des Sieges ruhige Klarheit, Wie sie von deiner Stirn, holde Amanda, mir strahlt. Schwimmt auch die Wolke des Grams um die heiter glänzende Scheibe, Schöner nur macht sich das Bild auf dem vergoldeten Duft. Dünke der Mann sich frei! Du bist es; denn ewig notwendig Weißt du von keiner Wahl, keiner Notwendigkeit mehr. Was du auch gibst, stets gibst du dich ganz; du bist ewig nur Eines, Auch dien zartester Laut ist dein harmonisches Selbst. Hier ist ewige Jugend bei niemals versiegender Fülle, Und mit der Blume zugleich brichst du die goldene Frucht.

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Interpretation

Das Gedicht "Das weibliche Ideal" von Friedrich von Schiller beschäftigt sich mit der Darstellung des weiblichen Ideals und seiner Beziehung zum männlichen Gegenüber. Es betont die einzigartige und unübertroffene Natur der Frau, insbesondere in ihrer höchsten Form, die als harmonisch und selbstlos dargestellt wird. Das Gedicht beginnt mit der Aussage, dass Frauen überall dem Mann weichen, aber in der höchsten Form, der "weiblichste Mann" dem "männlichsten Mann" weicht. Dies deutet auf eine Hierarchie hin, in der das weibliche Ideal als das Höchste angesehen wird. Der Sprecher fragt sich, was das Höchste für ihn sei, und findet die Antwort in der "ruhigen Klarheit des Sieges", die von der Stirn der holden Amanda strahlt. Dies symbolisiert die Schönheit und Reinheit des weiblichen Ideals. Das Gedicht setzt sich fort mit der Beschreibung der Frau als ewig jung und fruchtbar, die sich selbst in allem, was sie gibt, ganz gibt. Es betont ihre Harmonie und Einheit, die in jedem ihrer Töne und Handlungen zum Ausdruck kommt. Die Frau wird als ewig notwendig dargestellt, die von keiner Wahl oder Notwendigkeit mehr weiß, was ihre Selbstlosigkeit und Hingabe unterstreicht. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass die Frau ewig jung und fruchtbar ist, wobei die Blume und die Frucht gleichzeitig entstehen, was ihre ewige Schönheit und Fruchtbarkeit symbolisiert.

Schlüsselwörter

weichet weib mann ewig keiner gibst überall manne

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Stilmittel

Gegensatz
Überall weichet das Weib dem Manne; nur in dem Höchsten Weichet dem weiblichsten Weib immer der männlichste Mann.
Hyperbel
Hier ist ewige Jugend bei niemals versiegender Fülle
Metapher
Des Sieges ruhige Klarheit, Wie sie von deiner Stirn, holde Amanda, mir strahlt.
Parallelismus
Was du auch gibst, stets gibst du dich ganz; du bist ewig nur Eines
Personifikation
Schwimmt auch die Wolke des Grams um die heiter glänzende Scheibe
Symbolik
mit der Blume zugleich brichst du die goldene Frucht