Das Wandern [ist des Müllers Lust]
1794Das Wandern ist des Müllers Lust, Das Wandern! Das muß ein schlechter Müller sein, Dem niemals fiel das Wandern ein, Das Wandern.
Vom Wasser haben wir′s gelernt, Vom Wasser! Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht, Ist stets auf Wanderschaft bedacht, Das Wasser.
Das sehn wir auch den Rädern ab, Den Rädern! Die gar nicht gerne stille stehn, Die sich mein Tag nicht müde drehn, Die Räder.
Die Steine selbst, so schwer sie sind, Die Steine! Sie tanzen mit den muntern Reihn Und wollen gar noch schneller sein, Die Steine.
O Wandern, Wandern, meine Lust, O Wandern! Herr Meister und Frau Meisterin, Laßt mich in Frieden weiterziehn Und wandern.
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![Illustration zu Das Wandern [ist des Müllers Lust]](/images/poem-pictures/7375.webp)
Interpretation
Das Gedicht "Das Wandern [ist des Müllers Lust]" von Wilhelm Müller beschreibt die Freude und den Lebensinhalt des Wanderens für einen Müller. Der Müller sieht das Wandern als wesentlichen Bestandteil seines Daseins und vergleicht es mit der unaufhörlichen Bewegung des Wassers, das seine Mühle antreibt. Das Gedicht betont die ständige Bewegung und den Drang, weiterzuziehen, was sowohl für den Müller als auch für die Elemente seiner Mühle charakteristisch ist. Die Bilder der Räder und Steine in der Mühle werden verwendet, um die Idee des unaufhörlichen Wanderens zu verstärken. Die Räder, die sich unermüdlich drehen, und die Steine, die scheinbar mit den "muntern Reihn" tanzen, symbolisieren die ewige Bewegung und den Wunsch, immer in Bewegung zu bleiben. Diese Elemente spiegeln die innere Natur des Müllers wider, der sich selbst als Teil dieses ständigen Flusses sieht. Im letzten Strophenabschnitt richtet sich der Müller direkt an seinen Herrn und seine Herrin und bittet um Erlaubnis, in Frieden weiterziehen zu dürfen. Dies unterstreicht den Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, der das Wandern für den Müller so reizvoll macht. Das Gedicht vermittelt somit eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und dem Rhythmus des Lebens, der sich im Wandern manifestiert.
Schlüsselwörter
Wortwolke
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Stilmittel
- Anapher
- O Wandern, Wandern, meine Lust, O Wandern!
- Personifikation
- Die Steine selbst, so schwer sie sind, Sie tanzen mit den muntern Reihn Und wollen gar noch schneller sein, Die Steine.