Das verlassene Mägdelein
1804Früh, wann die Hähne krähn, Eh′ die Sternlein verschwinden, Muß ich am Herde stehn, Muß Feuer zünden.
Schön ist der Flammen Schein, Es springen die Funken; Ich schaue so drein, In Leid versunken.
Plötzlich, da kommt es mir, Treuloser Knabe, Daß ich die Nacht von dir Geträumet habe.
Träne auf Träne dann Stürzet hernieder. So kommt der Tag heran - O ging′ er wieder!
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Interpretation
Das Gedicht "Das verlassene Mägdelein" von Eduard Mörike beschreibt das Leid eines jungen Mädchens, das von ihrem Geliebten verlassen wurde. Die Interpretation soll in drei bis vier Absätzen erfolgen, ohne Erklärungen oder zusätzliche Informationen. Das Gedicht beginnt mit der Beschreibung der frühen Morgenstunden, in denen das Mädchen am Herde stehen und Feuer machen muss. Die Schönheit der Flammen und Funken kontrastiert mit der Traurigkeit und dem Leid, in das das Mädchen versunken ist. Der Titel "Das verlassene Mägdelein" deutet bereits auf das zentrale Thema des Gedichts hin - die Einsamkeit und Verlassenheit der Protagonistin. Im zweiten Vers wird deutlich, dass das Mädchen von ihrem treulosen Geliebten geträumt hat, was ihre Traurigkeit noch verstärkt. Die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, symbolisieren ihren Schmerz und ihre Verzweiflung. Die letzte Zeile des Gedichts drückt den Wunsch des Mädchens aus, dass der Tag nicht angebrochen wäre und sie weiterhin in ihrem traumlosen Schlaf verharren könnte, um dem Schmerz der Realität zu entfliehen. Insgesamt vermittelt das Gedicht die tiefe Trauer und Einsamkeit eines jungen Mädchens, das von ihrem Geliebten verlassen wurde. Die poetische Sprache und die Verwendung von Bildern wie den Flammen und Tränen verstärken die emotionale Wirkung des Gedichts und lassen den Leser das Leid der Protagonistin nachempfinden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Muß ich am Herde stehn, Muß Feuer zünden
- Enjambement
- Plötzlich, da kommt es mir, Treuloser Knabe, Daß ich die Nacht von dir Geträumet habe
- Kontrast
- Früh, wann die Hähne krähn - O ging′ er wieder!
- Metapher
- Schön ist der Flammen Schein
- Personifikation
- Eh′ die Sternlein verschwinden
- Wiederholung
- Träne auf Träne dann