Das trübe Auge

Joseph Christian von Zedlitz

1859

In Deinem Auge winket Ein trübes feuchtes Licht; Wie Thau am Halme blinket, Doch eine Thrän’ ist’s nicht!

Ach, wär’ es eine Thräne, Eine Thräne mir geweint, Eine einzige glühende Thräne Für Deinen scheidenden Freund! –

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Interpretation

Das Gedicht "Das trübe Auge" von Joseph Christian von Zedlitz beschreibt die tiefe Traurigkeit und Sehnsucht des lyrischen Ichs, das in den Augen der geliebten Person ein trübes, feuchtes Licht wahrnimmt. Dieses Licht erinnert an Tau auf einem Halm, ist aber keine Träne. Das lyrische Ich wünscht sich, dass es eine Träne wäre, eine einzige glühende Träne, die für den scheidenden Freund vergossen wird. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre der Melancholie und des Abschieds. Das trübe Auge der geliebten Person symbolisiert die Traurigkeit und das Leid, das mit der bevorstehenden Trennung einhergeht. Das lyrische Ich sehnt sich danach, dass diese Traurigkeit in Form einer Träne zum Ausdruck kommt, als Zeichen der Verbundenheit und des Mitgefühls. Die Verwendung von Naturbildern wie dem Tau auf dem Halm verstärkt die emotionale Wirkung des Gedichts. Der Tau symbolisiert Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit, was die Themen der Trennung und des Abschieds unterstreicht. Das lyrische Ich wünscht sich, dass die Traurigkeit der geliebten Person sichtbar wird, um die Verbindung zwischen ihnen zu bestätigen und den Schmerz der Trennung zu teilen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Eine Thräne, Eine einzige glühende Thräne
Metapher
In Deinem Auge winket Ein trübes feuchtes Licht
Vergleich
Wie Thau am Halme blinket
Wunschform
Ach, wär' es eine Thräne, Eine Thräne mir geweint