Das Standbild zu Memphis

Joseph Christian von Zedlitz

1790

Du Bild von Erz, inmitten aufgerichtet Der alten Stadt, die einst dich walten sehen, O, rege dich, du darfst so stumm nicht stehen, Indeß dein großes Werk man frech vernichtet!

Du hast die alte Finsterniß gelichtet, Vor deinen Strahlen mußte sie vergehen, Sie schwand wie Rauch vor deines Athems Wehen – Nun ist sie dunkler als vorher geschichtet!

Nur Einmal noch erhebe deine Stimme, Sprich Einmal noch, den Tempel zu beschützen, Daß nicht Vernunft, die hehre, sey zum Spotte!

Und hört sie nicht, die Tempelschänderrotte, Streck′ deine Hand aus im gerechten Grimme, Und scheuche sie hinweg mit Himmelsblitzen! –

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Illustration zu Das Standbild zu Memphis

Interpretation

Das Gedicht "Das Standbild zu Memphis" von Joseph Christian von Zedlitz ist eine eindringliche Bitte an ein Standbild, sich zu erheben und seine Macht zu nutzen, um die Zerstörung seiner Umgebung zu verhindern. Das Standbild, das einst die alte Stadt Memphis regierte, wird aufgefordert, sich aus seiner starren Position zu lösen und die Zerstörung seines Werkes zu verhindern. Das Gedicht beschreibt, wie das Standbild einst die Dunkelheit erhellt und vertrieben hat, aber jetzt ist die Dunkelheit zurückgekehrt und sogar noch tiefer als zuvor. Das Standbild wird aufgefordert, seine Stimme zu erheben und den Tempel zu schützen, damit die Vernunft nicht zum Spott wird. Sollte das Standbild nicht gehört werden, wird es aufgefordert, seine Hand auszustrecken und die Tempelschänder mit himmlischen Blitzen zu vertreiben. Das Gedicht ist eine leidenschaftliche Aufforderung an das Standbild, seine Macht zu nutzen, um die Zerstörung seiner Umgebung zu verhindern. Es ist eine Erinnerung daran, dass selbst die mächtigsten Statuen in der Lage sind, ihre Umgebung zu beeinflussen und zu schützen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Sprich Einmal noch, den Tempel zu beschützen
Apostrophe
Du Bild von Erz, inmitten aufgerichtet
Aufruf
Und scheuche sie hinweg mit Himmelsblitzen!
Bildsprache
Streck′ deine Hand aus im gerechten Grimme
Hyperbel
Nun ist sie dunkler als vorher geschichtet
Metapher
Sie schwand wie Rauch vor deines Athems Wehen
Personifikation
Du hast die alte Finsterniß gelichtet