Das Spiel
1643Es ist ein schalck der zeit/ ein zunder zu dem zancken/ Ein rechtes freundschaffts-gifft/ ein hencker der gedancken/ Des krieges ebenbild/ ein diebstahl den man liebt/ Ein wesen/ so kein christ recht mit gewissen übt/ Ein süsses hexenwerck/ ein ungewisses lachen/ Und daß ich nicht zu viel darff von dem spiele machen/ Wenn der berühmte tag wirfft erd und himmel ein/ So wird das spielen doch der teuffel labsal seyn.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Das Spiel" von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Natur und den Auswirkungen des Spielens. Der Dichter beschreibt das Spiel als eine täuschende und gefährliche Aktivität, die Freundschaften vergiftet und den Verstand vernebelt. Er vergleicht das Spiel mit einem Diebstahl, der paradoxerweise geliebt wird, und betont, dass es ein Wesen ist, das kein Christ mit gutem Gewissen praktizieren sollte. Das Spiel wird als ein süßes, aber verheerendes Werk der Hexerei dargestellt, das ein unsicheres Lachen hervorruft. Hoffmannswaldau deutet an, dass das Spiel eine täuschende Anziehungskraft hat, die Menschen in den Bann zieht und sie von der Realität ablenkt. Er verwendet starke Metaphern wie "Henker der Gedanken" und "Freundschaftsgift", um die zerstörerische Natur des Spielens zu verdeutlichen. Das Gedicht legt nahe, dass das Spiel eine Form der geistigen und moralischen Verderbtheit ist, die die Seele vergiftet und den Menschen von ihrem wahren Weg abbringt. Im letzten Vers des Gedichts wird die ultimative Konsequenz des Spielens angedeutet. Hoffmannswaldau warnt davor, dass am "berühmten Tag", dem Tag des Jüngsten Gerichts, das Spielen zur Speise des Teufels werden wird. Dies impliziert, dass diejenigen, die sich dem Spiel hingeben, am Ende ewige Verdammnis erleiden werden. Das Gedicht dient als warnende Botschaft vor den Gefahren des Spielens und ermutigt die Leser, sich von dieser zerstörerischen Aktivität fernzuhalten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- ein wesen/ so kein christ recht mit gewissen übt
- Ironie
- ein ungewisses lachen
- Metapher
- das spielen doch der teuffel labsal seyn
- Personifikation
- ein hencker der gedancken
- Untertreibung
- Und daß ich nicht zu viel darff von dem spiele machen
- Vergleich
- Des krieges ebenbild