Das Sonett
unbekanntEin Labyrinth mit holdverschlung′nen Gängen Hat dem Gedanken still sich aufgeschlossen; Er tritt hinein - und wird sogleich umflossen Von Glanz und Duft und zauberischen Klängen.
Hier leuchten Blumen, die auf Wiesenhängen Des Pflückers harren, sehnsuchtsvoll entsprossen, Dort wollen Zweige, goldschwer übergossen, Den Wandelnden auf schmalem Pfad bedrängen.
Der aber, wird so mancher Wunsch ihm rege, Pflückt eine Frucht nur mit zufried′ner Miene- Doch manche Blüthe, die er trifft am Wege.
Und nun - ob er gefangen auch erschiene Schon in des Vierreims wechselndem Gehege-: Geleitet ihn in′s Freie die Terzine.
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Interpretation
Das Gedicht "Das Sonett" von Ferdinand Ludwig Adam von Saar beschreibt die Reise eines Gedankens durch ein Labyrinth, das sich ihm still eröffnet hat. Der Gedanke tritt ein und wird sofort von Glanz, Duft und zauberischen Klängen umflossen. Dieses Labyrinth ist voller Schönheit und Verlockungen, mit Blumen, die auf Wiesenhängen entstehen und Zweige, die den Wanderer bedrängen. Der Wanderer, der den Gedanken verkörpert, wird von vielen Wünschen bewegt, aber er pflückt nur eine Frucht mit zufriedener Miene. Er begegnet vielen Blüten auf seinem Weg, aber er bleibt gefangen in dem wechselnden Gehege des Vierreims. Doch am Ende wird er von der Terzine ins Freie geleitet, was darauf hindeutet, dass der Gedanke am Ende des Sonetts zu einer klaren Erkenntnis oder Einsicht gelangt. Das Gedicht kann als Metapher für den Prozess des Schreibens eines Sonetts interpretiert werden. Der Dichter beginnt mit einem Gedanken oder einer Idee und begibt sich auf eine Reise durch das Labyrinth des Sonetts, das voller Schönheit und Verlockungen ist. Er wird von vielen Wünschen und Versuchungen beeinflusst, aber er bleibt fokussiert und erreicht am Ende eine klare Erkenntnis oder Einsicht. Die Terzine am Ende des Sonetts symbolisiert die Befreiung aus dem Labyrinth und die Rückkehr ins Freie.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Glanz und Duft und zauberischen Klängen
- Hyperbel
- Goldschwer übergossen
- Kontrast
- Vierreims wechselndem Gehege
- Personifikation
- Harren, sehnsuchtsvoll entsprossen
- Symbolik
- Blumen, Zweige