Das Singen
1758Ich singe, weil du es begehrst, Und singe gern, weil du es gerne hörst: Denn dir wünsch ich vor allen, Mein Thyrsis, zu gefallen.
Doch Thyrsis, sprich! was soll ich dir Stets singen? wie? hast du denn sonst bey mir Nichts, gar nichts anzubringen? Kann ich nichts mehr, als singen?
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Interpretation
Das Gedicht "Das Singen" von Christian Felix Weiße handelt von einem lyrischen Ich, das aus Freude und Ergebenheit singt, um jemanden zu gefallen, der als "du" und "Mein Thyrsis" bezeichnet wird. Die Motivation zum Singen ergibt sich aus dem Wunsch, dem Gegenüber zu gefallen und weil dieser das Singen gerne hört. Es ist eine Form der Hingabe und des Ausdrucks der Zuneigung. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich das lyrische Ich direkt an Thyrsis und hinterfragt, ob Singen die einzige Möglichkeit ist, um zu gefallen oder etwas beizutragen. Die Frage "was soll ich dir Stets singen? wie?" deutet auf ein mögliches Unbehagen oder den Wunsch nach Abwechslung und tieferer Verbindung hin. Es wird impliziert, dass das lyrische Ich sich fragt, ob es mehr zu bieten hat als nur seine Stimme und seine Lieder. Das Gedicht schließt mit einer rhetorischen Frage, die die Begrenztheit des lyrischen Ichs auf das Singen in Frage stellt. "Kann ich nichts mehr, als singen?" lässt eine Sehnsucht nach mehr Vielseitigkeit und Tiefe in der Beziehung erkennen. Es könnte als eine Aufforderung an Thyrsis verstanden werden, die Erwartungen und Wünsche zu äußern, um die Beziehung über das Singen hinaus zu bereichern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Weil du es begehrst
- Anapher
- Ich singe, weil du es begehrst, Und singe gern, weil du es gerne hörst
- Metapher
- Mein Thyrsis
- Rhetorische Frage
- Doch Thyrsis, sprich! was soll ich dir Stets singen? wie? hast du denn sonst bey mir Nichts, gar nichts anzubringen? Kann ich nichts mehr, als singen?