Das Schreien

Johann Wolfgang von Goethe

1765

Jüngst schlich ich meinem Mädchen nach, Und ohne Hindernis Umfaßt ich sie im Hain; sie sprach: “Laß mich, ich schrei gewiß.”

Da droht ich trotzig: “Ha, ich will Den töten, der uns stört.” “Still”, winkt sie lispelnd, “Liebster, still, Damit dich niemand hört.”

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Interpretation

Das Gedicht "Das Schreien" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von einem heimlichen Treffen zwischen einem jungen Mann und einem Mädchen im Hain. Der Mann schleicht der Frau nach und umfasst sie schließlich. Die Frau warnt ihn jedoch, dass sie schreien werde, wenn er sie nicht loslasse. Der Mann droht daraufhin, jeden zu töten, der sie stört. Die Frau bittet ihn jedoch, still zu sein, damit sie nicht von jemandem gehört werden. Das Gedicht endet mit der Bitte der Frau, still zu sein. Das Gedicht ist in einem humorvollen Ton geschrieben und spielt mit den Erwartungen des Lesers. Der Mann scheint zunächst der Aggressor zu sein, während die Frau die passive Rolle einnimmt. Doch am Ende des Gedichts zeigt sich, dass die Frau die Kontrolle über die Situation hat und den Mann auffordert, still zu sein.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Jüngst schlich ich meinem Mädchen nach, Und ohne Hindernis Umfaßt ich sie im Hain; sie sprach: "Laß mich, ich schrei gewiß."
Binnenreim
Jüngst schlich ich meinem Mädchen nach
Ironie
Da droht ich trotzig: "Ha, ich will Den töten, der uns stört."
Rhetorische Frage
"Laß mich, ich schrei gewiß."