Das Schiff
unknownDas eilende Schiff, es kommt durch die Wogen Wie Sturmwind geflogen.
Voll Jubel ertönt′s vom Mast und vom Kiele: “Wir nahen dem Ziele.”
Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise: “Wir segeln im Kreise.”
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Interpretation
Das Gedicht "Das Schiff" von Marie von Ebner-Eschenbach thematisiert die menschliche Sehnsucht nach Fortschritt und Zielerreichung. Das eilende Schiff, das durch die Wogen wie ein Sturmwind fliegt, symbolisiert den unaufhaltsamen Lebensfluss und den Drang des Menschen, voranzukommen. Die jubelnden Rufe vom Mast und Kiel, die die Nähe zum Ziel verkünden, stehen für die Hoffnung und den Optimismus, der den Menschen antreibt, seine Ziele zu verfolgen. Im zweiten Teil des Gedichts tritt eine Wendung ein. Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise: "Wir segeln im Kreise." Diese Aussage verdeutlicht die Sinnlosigkeit und Vergeblichkeit des menschlichen Strebens. Trotz aller Anstrengungen und Fortschritte bleiben wir letztendlich an denselben Punkt zurückgeworfen. Das Schiff, das wie ein Sturmwind durch die Wogen eilt, ist in Wahrheit nur im Kreis gefangen und kommt nie wirklich voran. Die Interpretation des Gedichts lässt sich als eine Kritik an der menschlichen Hybris und der Illusion von Fortschritt verstehen. Marie von Ebner-Eschenbach verdeutlicht, dass das Streben nach Zielen und die Eile, mit der wir unser Leben gestalten, oft trügerisch sind. Wir glauben, uns ständig weiterzuentwickeln und unseren Zielen näherzukommen, während wir in Wirklichkeit in einem endlosen Kreislauf gefangen sind. Das Gedicht regt zum Nachdenken über den Sinn des Lebens und die wahre Natur des Fortschritts an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Gegenüberstellung
- Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise: 'Wir segeln im Kreise'
- Metapher
- Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen Wie Sturmwind geflogen
- Personifikation
- Voll Jubel ertönt's vom Mast und vom Kiele: 'Wir nahen dem Ziele'