Das Scherchen

Paula Dehmel

1798

Schnipsel, schnipsel, Scherchen, Schneid mir ein Gewehrchen; Schieß ich mir ein Häschen tot, Brat′s dem Kind zum Mittagbrot.

Die Schnitzel fliegen zum Fenster hinaus Durch den Sonnenschein in des Gärtners Haus; Der hat seine Freude dran, Oder kuckt sie gar nicht an, Oder streut sie in den Wind Oder schenkt sie seinem Kind; … schnipsel, schnipsel, Scherchen …

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Interpretation

Das Gedicht "Das Scherchen" von Paula Dehmel handelt von einem scheinbar harmlosen Spiel, bei dem ein Kind mit einem Scherenschnitt ein Gewehrchen nachahmt und sich vorstellt, ein Häschen zu schießen, um es anschließend zu braten. Die kindliche Fantasie wird hier mit einer brutalen Realität konfrontiert, die den Tod eines Tieres beinhaltet. Die Schnipsel, die beim Schneiden entstehen, fliegen durch das Fenster hinaus und gelangen in das Haus des Gärtners. Dieser reagiert unterschiedlich auf die Schnipsel: er hat seine Freude daran, ignoriert sie, streut sie in den Wind oder schenkt sie seinem Kind. Die verschiedenen Reaktionen des Gärtners verdeutlichen die unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Tod und Gewalt. Das Gedicht endet mit einer Wiederholung der ersten Zeile, was den Eindruck eines endlosen Kreislaufs erweckt. Es wirft die Frage auf, ob das Kind aus seinem Spiel lernt oder ob es die Gewalt als normalen Teil des Lebens akzeptiert. Die Ambivalenz des Gedichts lässt Raum für verschiedene Interpretationen und regt zum Nachdenken über die Rolle von Gewalt in unserer Gesellschaft an.

Schlüsselwörter

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Wortwolke zu Das Scherchen

Stilmittel

Anapher
Schnipsel, schnipsel, Scherchen
Ellipsen
... schnipsel, schnipsel, Scherchen ...
Enjambement
Die Schnitzel fliegen zum Fenster hinaus Durch den Sonnenschein in des Gärtners Haus
Metapher
Schneid mir ein Gewehrchen
Personifikation
Die Schnitzel fliegen zum Fenster hinaus