Das Schäfchen und der Dornstrauch

Friedrich von Hagedorn

1724

Ein Schäfchen kroch in dicke Hecken, Dem rauhen Regen zu entgehn. Hier konnt′ es freilich trocken stehn; Allein die Wolle blieb ihm stecken.

Beglückt ist, den dies Schaf belehrt. Bethörte Had′rer, laßt euch rathen. Vertraut die Wolle nicht den scharfen Advocaten. Oft ist, was ihr gewinnt, nicht halb der Kosten werth.

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Interpretation

Das Gedicht "Das Schäfchen und der Dornstrauch" von Friedrich von Hagedorn handelt von einem Schaf, das Schutz vor dem Regen in dichten Hecken sucht. Obwohl es dort trocken bleibt, bleibt seine Wolle in den Dornen hängen. Das Gedicht zieht eine metaphorische Lehre aus dieser Situation und warnt vor den Gefahren, sich auf scharfe Advokaten zu verlassen. Die erste Strophe beschreibt die Situation des Schafs, das sich in die Hecken flüchtet, um dem Regen zu entgehen. Die zweite Strophe zieht eine moralische Lehre aus dieser Situation und rät den "bethörten Hadrern" (vermutlich Menschen, die sich auf Rechtsstreitigkeiten einlassen), sich von scharfen Advokaten fernzuhalten. Die letzte Zeile deutet an, dass der Gewinn aus einem Rechtsstreit oft nicht den Aufwand und die Kosten wert ist. Das Gedicht kann als Warnung vor den Gefahren von Rechtsstreitigkeiten interpretiert werden. Es legt nahe, dass es oft klüger ist, Konflikte außergerichtlich zu lösen, anstatt sich auf einen langwierigen und kostspieligen Rechtsstreit einzulassen. Die Metapher des Schafs, das in den Dornen hängen bleibt, symbolisiert die Falle, in die man geraten kann, wenn man sich auf einen Rechtsstreit einlässt.

Schlüsselwörter

wolle schäfchen kroch dicke hecken rauhen regen entgehn

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Stilmittel

Allegorie
Beglückt ist, den dies Schaf belehrt
Hyperbel
Vertraut die Wolle nicht den scharfen Advocaten
Metapher
Ein Schäfchen kroch in dicke Hecken, Dem rauhen Regen zu entgehn
Moralische Lehre
Oft ist, was ihr gewinnt, nicht halb der Kosten werth