Das Notabene

Klabund

unknown

Holt mir Wein in vollen Krügen! (Notabene: Wein vom Sundgau) Und ein Weib soll bei mir liegen! (Notabene: eine Jungfrau) Ewig hängt sie mir am Munde. (Notabene: eine Stunde…)

Ach, das Leben lebt sich lyrisch (Notabene: wenn man jung ist), Und es duftet so verführisch (Notabene: wenn′s kein Dung ist), Ach, wie leicht wird hier erreicht doch (Notabene: ein Vielleicht noch…)

Laß die Erde heiß sich drehen! (Notabene: bis sie kalt ist) Deine Liebste, sollst du sehen (Notabene: wenn sie alt ist…) Lache, saufe, hure, trabe - (Notabene: bis zum Grabe).

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Interpretation

Das Gedicht "Das Notabene" von Klabund ist eine leidenschaftliche Ode an das Leben und die Freuden, die es zu bieten hat. Der Sprecher fordert Wein und die Gesellschaft einer Frau, wobei er betont, dass es sich um Wein aus dem Sundgau und um eine Jungfrau handeln soll. Er beschreibt, wie das Leben lyrisch und verführerisch ist, wenn man jung ist, und wie leicht es ist, ein "Vielleicht" zu erreichen. Die Wiederholung des Wortes "Notabene" dient als Einschränkung oder Ergänzung zu den vorherigen Zeilen und verleiht dem Gedicht eine ironische Note. Der zweite Teil des Gedichts ist eine Aufforderung, das Leben in vollen Zügen zu genießen, solange man jung ist. Der Sprecher ermutigt dazu, zu lachen, zu saufen, zu huren und zu traben, bis man ins Grab kommt. Er erinnert daran, dass die Erde sich drehen wird, bis sie kalt ist, und dass man seine Liebste nur sehen wird, wenn sie alt ist. Das Gedicht ist eine Erinnerung daran, dass das Leben kurz ist und dass man es in vollen Zügen genießen sollte, solange man kann.

Schlüsselwörter

notabene wein holt vollen krügen sundgau weib soll

Wortwolke

Wortwolke zu Das Notabene

Stilmittel

Alliteration
Die Wiederholung des 'l'-Lautes in 'Laß die Erde heiß sich drehen'
Anapher
Die Wiederholung von 'Notabene:' am Anfang jeder Zeile
Bildsprache
Die Beschreibung des Lebens als 'duftend' und 'verführerisch'
Hyperbel
Die Übertreibung in 'Ewig hängt sie mir am Munde'
Ironie
Die Verwendung von 'Notabene' zur Untergrabung der Ernsthaftigkeit der vorhergehenden Zeilen
Kontrast
Der Gegensatz zwischen 'Wein vom Sundgau' und 'ein Weib soll bei mir liegen', sowie zwischen 'ewig' und 'eine Stunde'
Metapher
Das Leben wird als 'lyrisch' beschrieben
Symbolik
Der Wein als Symbol für Genuss und Lebensfreude