Das Nordlicht
1835O Mutter, warum wecktest Du mich nicht auf, als strahlend, Wie du mir sagst, das Nordlicht Des halben Himmels Wölbung Erleuchtete? Ich habe, Das weißt du, nie ein Nordlicht Gesehn. Mit Freude hätte, Des starken Frosts nicht achtend, Mein Lager ich verlassen, Um Gottes nächtlich Wunder Anbetend zu betrachten. Du weißt, daß wilde Völker, Noch unbekannt mit unsrer Von Gott gekommnen Lehre, In ihrer Einfalt diese Erhabene Erscheinung Das Land der Seelen nennen. Wer weiß, ob ihre Meinung Nicht Wahrheit ist? Wir hätten Vielleicht, o gute Mutter, Im Land der Seelen Vater Gesehen oder meine Mir unbekannten Brüder, Die, eh′ ich auf die Welt kam, Die Welt verlassen hatten, Und nun bei Gott im klaren Und ew′gen Lichte wohnen.
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Interpretation
Das Gedicht "Das Nordlicht" von Elisabeth Kulmann handelt von einem Kind, das von seiner Mutter geweckt werden möchte, um das Nordlicht zu sehen. Das Kind hat das Nordlicht noch nie gesehen und würde es gerne betrachten, auch wenn es dafür das warme Bett verlassen müsste. Das Kind zeigt eine tiefe spirituelle Neugier und Bewunderung für die Natur. Das Gedicht berührt auch das Thema des Glaubens und der verschiedenen kulturellen Interpretationen von Naturphänomenen. Das Kind erwähnt, dass wilde Völker, die noch nicht mit der christlichen Lehre vertraut sind, das Nordlicht als "Land der Seelen" bezeichnen. Dies zeigt eine Offenheit für andere Glaubensrichtungen und eine Neugierde für die spirituellen Überzeugungen anderer Kulturen. Im letzten Teil des Gedichts äußert das Kind den Wunsch, im "Land der Seelen" verlorene Familienmitglieder zu sehen, die vor seiner Geburt verstorben sind. Dies zeigt eine tiefe Sehnsucht nach Verbindung und ein Verlangen nach spiritueller Erkenntnis. Das Kind hofft, dass seine Mutter ihm erlaubt, das Nordlicht zu sehen, um vielleicht einen Einblick in die spirituelle Welt zu erhalten und eine Verbindung zu den verstorbenen Familienmitgliedern herzustellen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- O Mutter, warum wecktest Du mich nicht auf, als strahlend, / Wie du mir sagst, das Nordlicht / Des halben Himmels Wölbung / Erleuchtete?
- Appell
- Wir hätten / Vielleicht, o gute Mutter, / Im Land der Seelen Vater / Gesehen oder meine / Mir unbekannten Brüder
- Hyperbel
- Das Land der Seelen nennen
- Metapher
- Gottes nächtlich Wunder
- Personifikation
- Gottes nächtlich Wunder
- Rhetorische Frage
- Wer weiß, ob ihre Meinung / Nicht Wahrheit ist?
- Vergleich
- Wie du mir sagst, das Nordlicht / Des halben Himmels Wölbung / Erleuchtete?