Das Mondlicht
1802Dein gedenkend, irr ich einsam Diesen Strom entlang; Könnten lauschen wir gemeinsam Seinem Wellenklang!
Könnten wir zusammen schauen In den Mond empor, Der da drüben aus den Auen Leise taucht hervor!
Freundlich streut er meinem Blicke Aus dem Silberschein Stromhinüber eine Brücke Bis zum stillen Hain. -
Wo des Stromes frohe Wellen Durch den Schimmer ziehn, Seh ich, wie hinab die schnellen Unaufhaltsam fliehn.
Aber wo im schimmerlosen Dunkel geht die Flut, Ist sie nur ein dumpfes Tosen, Das dem Auge ruht.
Dass doch mein Geschick mir brächte Einen Blick von dir! Süßes Mondlicht meiner Nächte, Mädchen, bist du mir!
Wenn nach dir ich oft vergebens In die Nacht gesehn, Scheint der dunkle Strom des Lebens Trauernd still zu stehen;
Wenn du über seinen Wogen Strahlest zauberhell, Seh ich sie dahingezogen, Ach! nur allzuschnell!
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Interpretation
Das Gedicht "Das Mondlicht" von Nikolaus Lenau handelt von der Sehnsucht des lyrischen Ichs nach einer geliebten Person. Der Sprecher wandert einsam entlang eines Flusses und denkt an die Abweseneheit des geliebten Menschen. Die gemeinsame Betrachtung des Mondlichts und des Flusses wird als verpasste Gelegenheit für eine intime Verbindung dargestellt. Das Gedicht verwendet den Fluss und das Mondlicht als Metaphern für die Beziehung des Sprechers zu der geliebten Person. Der Fluss symbolisiert das Leben und seine Strömungen, während das Mondlicht für die Anwesenheit und den Einfluss der geliebten Person steht. Die Brücke aus Silber, die das Mondlicht über den Fluss wirft, symbolisiert die Verbindung zwischen den beiden Liebenden, die jedoch durch die Abwesenheit der geliebten Person unerreichbar bleibt. Das lyrische Ich drückt seine tiefe Sehnsucht und Trauer über die Abwesenheit der geliebten Person aus. Die Nächte, in denen die Person nicht anwesend ist, werden als "dunkel" und "trauernd" beschrieben, während die Anwesenheit der Person das Leben des Sprechers erhellt und ihm ein Gefühl der Freude und des Zaubers verleiht. Das Gedicht endet mit dem Wunsch des Sprechers, die geliebte Person möge zurückkehren und das Leben wieder mit ihrem "süßen Mondlicht" erfüllen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Aber wo im schimmerlosen Dunkel geht die Flut, Ist sie nur ein dumpfes Tosen, Das dem Auge ruht
- Metapher
- Wenn du über seinen Wogen Strahlest zauberhell, Seh ich sie dahingezogen, Ach! nur allzuschnell
- Personifikation
- Könnten lauschen wir gemeinsam Seinem Wellenklang