Das menschliche Alter
1655Ein Kind weiß nichts von sich, ein Knabe denket nicht, Ein Jüngling wünschet stets, ein Mann hat immer Pflicht, Ein Alter hat Verdruß, ein Greis wird wieder Kind: Schau, lieber Mensch, was das für Herrlichkeiten sind.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Das menschliche Alter" von Friedrich Freiherr von Logau beschreibt die verschiedenen Lebensphasen des Menschen und deren charakteristische Eigenschaften. Es beginnt mit dem Kind, das noch nichts von sich weiß, gefolgt vom Knaben, der noch nicht denkt. Der Jüngling wünscht sich stets etwas, während der Mann ständig Pflichten hat. Das Alter bringt Verdruß mit sich, und der Greis wird wieder zum Kind. Das Gedicht schließt mit der Aufforderung, Mensch, betrachte diese Herrlichkeiten. In den ersten beiden Versen werden die Lebensphasen Kindheit und Jugend beschrieben. Das Kind ist noch unschuldig und unwissend, während der Knabe noch nicht denkt. Dies deutet darauf hin, dass in diesen Phasen die Welt noch neu und unerforscht ist. Die nächsten beiden Verse behandeln das Erwachsenenalter und das Alter. Der Jüngling ist stets wünschend, was auf die Sehnsucht nach Erfahrung und Abenteuer hindeutet. Der Mann hingegen hat ständig Pflichten, was die Verantwortung und die Last des Erwachsenenalters symbolisiert. Das Alter bringt Verdruß mit sich, was auf die körperlichen und geistigen Einschränkungen hinweist. Der Greis wird wieder zum Kind, was auf die Regression und den Rückfall in einen Zustand der Unschuld und Unwissenheit hindeutet. Das Gedicht endet mit einer ironischen Aufforderung, Mensch, betrachte diese Herrlichkeiten. Dies deutet darauf hin, dass der Dichter die verschiedenen Lebensphasen als eine Art Tragikomödie betrachtet, in der der Mensch immer wieder in einen Zustand der Unwissenheit zurückfällt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- ein
- Ironie
- Schau, lieber Mensch, was das für Herrlichkeiten sind
- Metapher
- ein Greis wird wieder Kind
- Parallelismus
- Ein Kind weiß nichts von sich, ein Knabe denket nicht, ein Jüngling wünschet stets, ein Mann hat immer Pflicht, ein Alter hat Verdruß, ein Greis wird wieder Kind