Das Meer
1903Grüß’ mir das Meer, Silberne Wellen Rauschen und schwellen, Schön ist das Meer!
Grüß’ mir das Meer, Golden es schäumt’, Ob es auch träumet? Tief ist das Meer.
Grüß’ mir das Meer, Glücklich es scheinet Ströme es weinet, Groß ist das Meer.
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Interpretation
Das Gedicht "Das Meer" von Friederike Kempner beschreibt die Schönheit und Tiefe des Meeres durch eine Reihe von lebendigen Bildern und Metaphern. Die Wiederholung des Grußes an das Meer in jeder Strophe betont die Bewunderung und die emotionale Verbindung des lyrischen Ichs zum Meer. Die Verwendung von Farben wie "Silberne" und "Goldene" Wellen verleiht dem Meer eine fast magische Qualität, die seine Anziehungskraft und seinen Glanz hervorhebt. In der zweiten Strophe wird die Tiefe des Meeres metaphorisch mit dem Träumen in Verbindung gebracht, was auf die Geheimnisse und die unergründliche Natur des Meeres hinweist. Die Frage "Ob es auch träumet?" lässt den Leser über die verborgene Welt unter der Wasseroberfläche nachdenken. Die dritte Strophe kontrastiert das äußere Erscheinungsbild des Meeres, das "glücklich" scheint, mit seiner inneren Traurigkeit, die sich in den weinenden Strömen manifestiert. Dies deutet auf die Dualität des Meeres hin, das sowohl Freude als auch Trauer verkörpert. Die abschließende Zeile "Groß ist das Meer" fasst die übergeordnete Botschaft des Gedichts zusammen: Das Meer ist ein mächtiges und beeindruckendes Element der Natur, das sowohl äußerlich als auch innerlich eine tiefe Bedeutung hat. Die Wiederholung des Grußes und die Verwendung von Superlativen wie "Groß" unterstreichen die Ehrfurcht und den Respekt, den das Meer beim lyrischen Ich hervorruft.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Grüß' mir das Meer
- Kontrast
- Glücklich es scheinet / Ströme es weinet
- Metapher
- Silberne Wellen
- Personifikation
- Ob es auch träumet?
- Steigerung
- Schön ist das Meer! / Tief ist das Meer. / Groß ist das Meer.