Das Meer erglänzte weit hinaus

Heinrich Heine

1803

Das Meer erglänzte weit hinaus Im letzten Abendscheine; Wir saßen am einsamen Fischerhaus, Wir saßen stumm und alleine.

Der Nebel stieg, das Wasser schwoll, Die Möwe flog hin und wider; Aus deinen Augen, liebevoll, Fielen die Tränen nieder.

Ich sah sie fallen auf deine Hand, Und bin aufs Knie gesunken; Ich hab von deiner weißen Hand Die Tränen fortgetrunken.

Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib, Die Seele stirbt vor Sehnen; - Micht hat das unglücksel′ge: Weib Vergiftet mit ihren Tränen.

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Interpretation

Das Gedicht "Das Meer erglänzte weit hinaus" von Heinrich Heine handelt von einer tiefen emotionalen Begegnung zwischen dem lyrischen Ich und einer Frau am Meer. Die Szenerie ist melancholisch und einsam, geprägt von der untergehenden Sonne und dem aufsteigenden Nebel. Die Atmosphäre wird durch die Naturbilder wie das erglänzende Meer und die fliegende Möwe verstärkt, die eine Stimmung der Sehnsucht und Traurigkeit schaffen. Die Frau weint, und ihre Tränen fallen in ihre Hand. Das lyrische Ich kniet nieder und trinkt symbolisch die Tränen von ihrer weißen Hand. Diese Handlung symbolisiert eine tiefe emotionale Verbindung und das Aufnehmen des Leids der Frau. Die Tränen stehen für die Schmerzen und die unerfüllte Liebe, die das lyrische Ich nun in sich aufgenommen hat. Im letzten Vers wird die zerstörerische Wirkung dieser Liebe deutlich. Das lyrische Ich fühlt sich seit jenem Moment körperlich und seelisch ausgezehrt, und die Liebe der Frau wird als vergiftend beschrieben. Dies deutet auf eine unglückliche, schmerzhafte Liebe hin, die das lyrische Ich in einen Zustand der Verzweiflung und des Leidens versetzt. Das Gedicht endet mit einer düsteren Note, die die zerstörerische Kraft der Liebe unterstreicht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Der Nebel stieg, das Wasser schwoll, Die Möwe flog hin und wider
Hyperbel
Mich hat das unglücksel′ge: Weib Vergiftet mit ihren Tränen
Metapher
Das Meer erglänzte weit hinaus
Personifikation
Das Meer erglänzte
Symbolik
Die Tränen symbolisieren Traurigkeit und Verzweiflung