Das Märchen
1920Der Mondnacht Zaubersegen im weichen Winde weht, und auf waldwilden Wegen das Märchen lautlos geht:
Blauaugen, kinderreine, Blauaugen, lieb und fremd, aus Spinnweb und Mondenscheine ein Königshemd.
Ihr Haar von Gold gesponnen, bis auf die Hüften rollt, wie tausend sinkender Sonnen verträumtes Dämmergold.
Blauaugen, kinderweiche, sie tragen ein heilig Mal aus heiligem Rätselreiche: es war einmal …
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Interpretation
Das Gedicht "Das Märchen" von Manfred Kyber beschreibt eine geheimnisvolle, märchenhafte Atmosphäre. Die ersten Strophen setzen die Szene mit einem Zaubersegen der Mondnacht, der im weichen Wind weht, und einem Märchen, das lautlos auf waldwilden Wegen geht. Dies erzeugt eine traumhafte, unwirkliche Stimmung. Die folgenden Strophen stellen eine geheimnisvolle, märchenhafte Figur vor, beschrieben als "Blauaugen, kinderreine". Ihre Augen sind blau und rein wie ein Kind, lieb und fremd zugleich. Ihr Haar wird als aus Gold gesponnen beschrieben, das bis auf die Hüften rollt wie tausend sinkende Sonnen in einem träumerischen Dämmergold. Diese Beschreibung verleiht der Figur eine magische, fast göttliche Aura. Die letzte Strophe deutet an, dass diese Figur ein "heilig Mal" aus einem "heiligem Rätselreiche" trägt. Dies lässt darauf schließen, dass es sich um eine übernatürliche, möglicherweise göttliche oder königliche Figur handelt. Der Schluss "es war einmal..." deutet an, dass dies der Beginn eines Märchens ist, das nun erzählt werden soll. Das Gedicht selbst hat somit die Form eines Märchens und bereitet den Boden für eine magische Erzählung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der Mondnacht Zaubersegen im weichen Winde weht
- Metapher
- Mondnacht Zaubersegen
- Personifikation
- das Märchen lautlos geht
- Symbolik
- Blauaugen, kinderweiche, sie tragen ein heilig Mal aus heiligem Rätselreiche: es war einmal ...
- Vergleich
- wie tausend sinkender Sonnen