Das Mädchen
1854Gestern noch ein dürftig Ding, Das so grau und albern ging, Nichts an ihm zu sehen - Und muß heut behutsam sein, Wie wenn im Mai die Blüten schnei′n, Daß nicht all verwehen.
Wie wenn ich Blüten an mir habe, Als sei ich eine Gottesgabe, - Ein reines Wunder bin ich ja, Wie nie ich eins mit Augen sah. Und muß mich sehr zusammennehmen Und schämen.
Warum? Weil ich so blühend bin, Und weil der Wind treibt Blüten hin, Die nicht am Baum erröten Und voller Vorsicht sind Und Unschuld und Erblöden - Der dumme Wind!
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Interpretation
Das Gedicht "Das Mädchen" von Peter Hille beschreibt die Verwandlung eines jungen Mädchens von einem unbedeutenden, grauen Wesen zu einer strahlenden, blühenden Schönheit. Der erste Teil des Gedichts schildert den plötzlichen Wandel des Mädchens, der so überwältigend ist, dass es nun vorsichtig sein muss, um nicht von der Pracht überwältigt zu werden. Im zweiten Teil des Gedichts vergleicht das Mädchen sich selbst mit einer Blüte, die eine Gabe Gottes ist und ein reines Wunder darstellt. Es fühlt sich so schön und erhaben, dass es sich zusammennehmen und schämen muss, um nicht von seiner eigenen Schönheit überwältigt zu werden. Der letzte Teil des Gedichts erklärt, warum das Mädchen so vorsichtig und schüchtern ist. Es ist so blühend und schön, dass der Wind die Blüten von anderen Bäumen heranweht, die nicht so rot und unschuldig sind wie das Mädchen. Der Wind wird als "dumm" bezeichnet, weil er die Unschuld und Verletzlichkeit des Mädchens nicht versteht und respektiert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wie wenn ich Blüten an mir habe
- Bildlichkeit
- Gestern noch ein dürftig Ding, Das so grau und albern ging
- Hyperbel
- Als sei ich eine Gottesgabe
- Kontrast
- Gestern noch ein dürftig Ding - Und muß heut behutsam sein
- Metapher
- Wie wenn im Mai die Blüten schnei'n
- Personifikation
- Und weil der Wind treibt Blüten hin
- Symbolik
- Blüten
- Wiederholung
- Und weil der Wind treibt Blüten hin, Die nicht am Baum erröten