Das Lied vom Tode für’s Vaterland

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

1774

Wir müssen alle fort von hier An einen andern Ort; Der Tod, der klopft an jede Thür, Wir müssen alle fort!

Da hilft kein Bitten und kein Flehn, Kein Alter und kein Stand; Das Best’ ist, daß wir willig gehn An unsers Führers Hand!

Der stirbt am Fieber, Der an Gicht, An Schwindsucht Der und Der! »Willkommen, Tod!« sagt Keiner nicht; Ist doch nichts kläglicher!

Sterbt, alle Menschen! ist Gebot, In aller Welt bekannt! Ich wüßte keinen schönern Tod, Als den für’s Vaterland!

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Interpretation

Das Gedicht "Das Lied vom Tode für’s Vaterland" von Johann Wilhelm Ludwig Gleim beschäftigt sich mit dem Thema des Todes und der Sterblichkeit. Es wird ein allgemeines Bild des Todes gezeichnet, der unausweichlich ist und jeden Menschen ereilt, unabhängig von seinem Stand oder Alter. Der Tod wird als ein Führer dargestellt, dem man folgen muss, und es wird betont, dass es keine Möglichkeit gibt, ihm zu entkommen oder ihn aufzuhalten. Das Gedicht geht dann auf verschiedene Todesursachen ein, wie Fieber, Gicht und Schwindsucht, und stellt fest, dass niemand den Tod willkommen heißt, da er als etwas Klägliches angesehen wird. Trotzdem wird der Tod als Gebot angesehen, das in der ganzen Welt bekannt ist. Der Autor drückt seine Überzeugung aus, dass es keinen schöneren Tod gibt als den für das Vaterland. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine resignative und patriotische Haltung gegenüber dem Tod. Es betont die Unausweichlichkeit des Todes und die Notwendigkeit, sich ihm zu stellen. Gleichzeitig wird der Tod für das Vaterland als eine ehrenvolle und erstrebenswerte Art des Sterbens dargestellt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Wir müssen alle fort von hier
Anapher
Der stirbt am Fieber, Der an Gicht, An Schwindsucht Der und Der!
Antithese
Da hilft kein Bitten und kein Flehn, Kein Alter und kein Stand
Hyperbel
Ich wüßte keinen schönern Tod, Als den für’s Vaterland
Metapher
Der Tod, der klopft an jede Thür
Personifikation
Der Tod, der klopft an jede Thür
Rhetorische Frage
»Willkommen, Tod!« sagt Keiner nicht