Das letzte Lachen

John Henry Mackay

1864

Wenn hinter dir Jahre versunken sind, Lange, lange und schwere Jahre; Wenn zum Manne geworden das spielende Kind, Der ernsthaft steht an der Jugend Bahre;

Wenn dich öfter und immer öfter erfasst Ein seltsames, unerklärliches Bangen; Wenn du spürst, wie das Leben dich schweigend haßt, Da die Jahre der Freude dahingegangen;

Wenn die Rosen nicht mehr so berauschend blühn Im Garten, im heimatlichen Garten; Und die Sterne nicht mehr so verheißend glühn Deinem Begehren und deinem Erwarten;

Wenn du erkennst, dass alles Flehn Kein Bote des Glücks war, das du erträumt hast - Dann wirst du eisig erschaudern, denn sehn Wirst du, wieviel du verfehlt und versäumt hast!

Dann weißt du: Dein Traum ist für immer vorbei! Nun kommen die kalten Tage, die wachen… Noch einmal lachst du. Es klingt wie ein Schrei. - Das war dein letztes Kinderlachen…

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Illustration zu Das letzte Lachen

Interpretation

Das Gedicht "Das letzte Lachen" von John Henry Mackay beschreibt den Prozess des Erwachsenwerdens und die damit einhergehende Erkenntnis der Vergänglichkeit und des Verlustes. Es schildert die Erfahrung, dass die Zeit vergeht, die Jugend schwindet und die einstige Lebensfreude sich verflüchtigt. Der Sprecher reflektiert über die Veränderungen, die mit dem Älterwerden einhergehen, und die damit verbundenen Gefühle von Melancholie und Resignation. Das Gedicht thematisiert die Enttäuschung und das Erwachen aus den kindlichen Träumen und Illusionen. Es verdeutlicht, dass das Leben nicht immer den Erwartungen entspricht und dass die einstige Hoffnung auf Glück und Erfüllung oft unerfüllt bleibt. Der Sprecher erkennt, dass er viel verpasst und versäumt hat, und dass sein Traum für immer vorbei ist. Diese Erkenntnis führt zu einem Gefühl der Kälte und des Erstarrens. Das letzte Lachen des Gedichts symbolisiert den Abschied von der Kindheit und den Verlust der Unschuld. Es ist kein freudiges Lachen mehr, sondern ein schmerzlicher Ausdruck der Erkenntnis und des Abschieds. Das Gedicht endet mit einem düsteren und resignativen Ton, der die Endgültigkeit des Erwachsenwerdens und den Verlust der kindlichen Leichtigkeit unterstreicht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
dahingegangen, Dein Traum
Anapher
Wenn hinter dir Jahre versunken sind, Wenn zum Manne geworden das spielende Kind, Wenn dich öfter und immer öfter erfasst
Kontrast
Dann wirst du eisig erschaudern, denn sehn wirst du, wieviel du verfehlt und versäumt hast
Metapher
Das war dein letztes Kinderlachen
Personifikation
das Leben dich schweigend haßt