Das Krokodil

Hermann Lingg

1820

Im heil′gen Teich zu Singapur, Da liegt ein altes Krokodil Von äußerst grämlicher Natur Und kaut an einem Lotosstiel. Es ist ganz alt und völlig blind, Und wenn es einmal friert des Nachts, So weint es wie ein kleines Kind, Doch wenn ein schöner Tag ist, lacht′s.

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Interpretation

Das Gedicht "Das Krokodil" von Hermann Lingg beschreibt ein altes Krokodil, das in einem heiligen Teich in Singapur lebt. Das Krokodil wird als ein Geschöpf von äußerst grämlicher Natur dargestellt, das an einem Lotosstiel kaut. Es ist alt und blind, was seine Verletzlichkeit und seinen Zustand des Verfalls unterstreicht. Die Gefühlswelt des Krokodils wird in den folgenden Zeilen deutlich. Wenn es nachts kalt wird, weint das Krokodil wie ein kleines Kind, was seine Einsamkeit und Traurigkeit verdeutlicht. Doch wenn ein schöner Tag anbricht, lacht das Krokodil, was auf eine gewisse Zufriedenheit und Lebensfreude trotz seiner Widrigkeiten hindeutet. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung, die das Leben des alten Krokodils als einen Zyklus von Trauer und Freude beschreibt. Es zeigt, dass selbst ein scheinbar gefährliches und robustes Tier wie ein Krokodil Gefühle und Bedürfnisse hat, die es mit uns Menschen teilt. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur des Lebens und die universellen Erfahrungen von Einsamkeit, Traurigkeit und Freude an.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
Es ist ganz alt und völlig blind
Kontrast
Doch wenn ein schöner Tag ist, lacht's
Metapher
Im heil'gen Teich zu Singapur
Personifikation
Und kaut an einem Lotosstiel
Vergleich
So weint es wie ein kleines Kind