Das Königslied

Paul Scheerbart

1863

Ich bin der lachende König der Welt. Was willst du essen? Was willst du trinken? Ich kann dir Alles geben, Alles. Glaubst du, ich sei arm? Dummes, kleines Kind! Siehst du da drüben überm Meere die unzähligen Sterne? Weißt Du, wem sie gehören? Mir gehören die Sterne. Denn ich bin so selig, daß niemand seliger sein kann. Und wer etwas selig anschaut, der besitzt das, was er anschaut. Siehst du, jetzt weißt du, was Eigentum ist. Willst du nun die Königin der Welt sein? Neben mir auf meinem großen Throne? Willst du? Sei selig: und du bist Königin! Komm und sitze an meiner Seite! Wir sind ein lachendes Herrscherpaar. Was willst du essen? Bah, sei selig: und du brauchst nicht zu essen. Sei selig: und du brauchst auch nicht mehr trinken. Dein Auge sei dein Reichsapfel, dein trunken empor sich reckender Arm dein Scepter: so jetzt herrschen wir über die Welt. Hei, tanze mit mir! Drüben durchs Gebüsch rennen unsre Diener; die sind gehorsam; siehst du sie? Nein? So schließe dein Auge! Dann kannst Du Alles sehen, Alles haben, Alles. Doch du lachst noch nicht so, wie′s Königinnen ziemt. Lach′ so wie ich! Sonnen, Sterne tanzen mit dir. O komm: rase mit mir! Nein, nicht toll! Tanze, tanze mit mir …

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Illustration zu Das Königslied

Interpretation

Das Gedicht "Das Königslied" von Paul Scheerbart handelt von einem lachenden König, der sich als Herrscher der Welt fühlt und seine unendliche Macht und Seligkeit zur Schau stellt. Er bietet seiner Begleiterin alles an, was sie begehrt, und verspricht ihr, dass sie Königin der Welt sein kann, wenn sie nur selig ist. Der König betont, dass er die Sterne besitzt und dass man das besitzt, was man selig anschaut. Er fordert seine Begleiterin auf, mit ihm zu tanzen und zu lachen, und verspricht ihr, dass sie alles sehen und haben kann, wenn sie ihre Augen schließt. Das Gedicht endet mit einer Aufforderung des Königs, nicht toll zu sein, sondern mit ihm zu tanzen. Die Interpretation des Gedichts könnte lauten: Das Gedicht "Das Königslied" von Paul Scheerbart beschreibt die unendliche Macht und Seligkeit eines lachenden Königs, der sich als Herrscher der Welt fühlt. Er bietet seiner Begleiterin alles an, was sie begehrt, und verspricht ihr, dass sie Königin der Welt sein kann, wenn sie nur selig ist. Der König betont, dass er die Sterne besitzt und dass man das besitzt, was man selig anschaut. Er fordert seine Begleiterin auf, mit ihm zu tanzen und zu lachen, und verspricht ihr, dass sie alles sehen und haben kann, wenn sie ihre Augen schließt. Das Gedicht endet mit einer Aufforderung des Königs, nicht toll zu sein, sondern mit ihm zu tanzen.

Schlüsselwörter

willst selig welt essen siehst sterne tanze trinken

Wortwolke

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Stilmittel

Apostroph
O komm: rase mit mir!
Hyperbel
Ich bin der lachende König der Welt.
Metapher
Dein Auge sei dein Reichsapfel, dein trunken empor sich reckender Arm dein Scepter
Rhetorische Frage
Willst du nun die Königin der Welt sein? Neben mir auf meinem großen Throne? Willst du?
Wiederholung
Sei selig: und du brauchst nicht zu essen. Sei selig: und du brauchst auch nicht mehr trinken.