Das ist ein Leben
1680Will er sauer, so will ich süß, Will er Mehl, so will ich Grieß, Schreit er hu, so schrei ich ha, Ist er dort, so bin ich da, Will er essen, so will ich fasten, Will er gehn, so will ich rasten, Will er recht, so will ich link, Sagt er Spatz, so sag ich Fink, Ißt er Suppen, so eß ich Brocken, Will er Strümpf, so will ich Socken, Sagt er ja, so sag ich nein, Sauft er Bier, so trink ich Wein, Will er dies, so will ich das, Singt er Alt, so sing ich den Baß, Seht er auf, so sitz ich nieder, Schlägt er mich, so kratz ich wieder, Will er hü, so will ich hott: Dies ist ein Leben, erbarm es Gott!
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Interpretation
Das Gedicht "Das ist ein Leben" von Abraham a Sancta Clara handelt von den Widersprüchen und der Unberechenbarkeit des Lebens. Der Sprecher beschreibt, wie er ständig entgegengesetzt zu den Wünschen und Handlungen eines anderen Menschen handelt. Dies symbolisiert die verschiedenen Wege und Entscheidungen, die das Leben bietet. Die ständige Gegenüberstellung von "Ich will" und "Er will" verdeutlicht die Vielfalt der Möglichkeiten und die Unbeständigkeit des Lebens. Das Gedicht endet mit einem Appell an Gott, der das Leben als etwas betrachtet, das Mitgefühl verdient, da es voller Gegensätze und Unvorhersehbarkeiten ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Antithese
- Will er sauer, so will ich süß, Will er Mehl, so will ich Grieß
- Chiasmus
- Will er essen, so will ich fasten
- Gegensatz
- Will er hü, so will ich hott
- Kontrast
- Schlägt er mich, so kratz ich wieder
- Parallelismus
- Schreit er hu, so schrei ich ha, Ist er dort, so bin ich da
- Synästhesie
- Sagt er Spatz, so sag ich Fink