Das Hungerlied
1844Verehrter Herr und König, Weißt du die schlimme Geschicht? Am Montag aßen wir wenig, Und am Dienstag aßen wir nicht.
Und am Mittwoch mussten wir darben, Und am Donnerstag litten wir Not; Und ach, am Freitag starben Wir fast den Hungertod!
Drum lass am Samstag backen Das Brot, fein säuberlich - Sonst werden wir sonntags packen Und fressen, o König, dich!
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Interpretation
Das Gedicht "Das Hungerlied" von Georg Ludwig Weerth ist eine satirische Darstellung des Hungers und der Verzweiflung, die er bei den einfachen Leuten auslöst. Das Gedicht beginnt mit einer Anrede an einen König, was darauf hindeutet, dass es sich um eine politische Kritik handelt. Die Wiederholung der Wochentage und die Beschreibung der zunehmenden Notlage verdeutlichen die Schwere der Situation. Die Verwendung von Alliterationen und Reimen verleiht dem Gedicht einen rhythmischen Charakter, der den Leser in den Bann zieht. Im zweiten Teil des Gedichts steigert sich die Spannung, als der Hunger unerträglich wird. Die Verzweiflung der Menschen wird durch die drastische Aussage, dass sie "fast den Hungertod" starben, deutlich. Die Bitte an den König, am Samstag Brot backen zu lassen, zeigt die Hoffnung auf eine Lösung, aber auch die Drohung, dass die Menschen, wenn sie nicht versorgt werden, den König selbst angreifen könnten. Dies verdeutlicht die extreme Verzweiflung und den Verlust der Achtung vor der Obrigkeit. Die letzte Zeile des Gedichts ist besonders eindringlich, da sie die ultimative Konsequenz des Hungers aufzeigt: Die Menschen würden den König fressen. Dies ist eine metaphorische Aussage, die die totale Verzweiflung und den Verlust der Menschlichkeit durch den Hunger verdeutlicht. Das Gedicht endet mit einer starken Warnung an die Mächtigen, dass sie die Bedürfnisse ihrer Untertanen ernst nehmen müssen, sonst könnten die Folgen katastrophal sein.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- fein säuberlich
- Anapher
- Am Montag aßen wir wenig, Und am Dienstag aßen wir nicht.
- Hyperbel
- Und ach, am Freitag starben Wir fast den Hungertod!
- Ironie
- Verehrter Herr und König
- Metapher
- Hungertod
- Personifikation
- Wir werden packen
- Reimschema
- ABAB
- Steigerung
- Am Montag aßen wir wenig, Und am Dienstag aßen wir nicht. Und am Mittwoch mussten wir darben, Und am Donnerstag litten wir Not; Und ach, am Freitag starben Wir fast den Hungertod!