Das Huhn

Christian Morgenstern

1871

In der Bahnhofhalle, nicht für es gebaut, geht ein Huhn hin und her … Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh′r? Wird dem Huhn man nichts tun? Hoffen wir es! Sagen wir es laut: daß ihm unsre Sympathie gehört, selbst an dieser Stätte, wo es - ′stört′!

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Illustration zu Das Huhn

Interpretation

Das Gedicht "Das Huhn" von Christian Morgenstern beschreibt eine scheinbar alltägliche Szene in einer Bahnhofshalle, in der sich ein Huhn verirrt hat. Das Huhn bewegt sich unsicher hin und her, offensichtlich auf der Suche nach jemandem oder etwas. Die Frage "Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh'r?" deutet darauf hin, dass das Huhn vielleicht Hilfe oder Schutz sucht. Die Sorge um das Wohl des Huhns wird in den Zeilen "Wird dem Huhn man nichts tun? Hoffen wir es!" deutlich. Der Sprecher des Gedichts wendet sich direkt an den Leser und appelliert an dessen Mitgefühl. Die Frage impliziert die Angst, dass dem Huhn etwas zustoßen könnte, da es sich an einem für es ungewohnten Ort befindet. Die letzten Zeilen des Gedichts betonen die Sympathie, die der Sprecher und hoffentlich auch der Leser für das Huhn empfinden. Trotz der Tatsache, dass das Huhn als "Störfaktor" in der Bahnhofshalle gilt, wird es als schützenswert angesehen. Das Gedicht endet mit einem Aufruf, laut auszusprechen, dass das Huhn unsere Sympathie verdient, selbst an einem Ort, an dem es als unerwünscht gilt.

Schlüsselwörter

huhn bahnhofhalle gebaut geht hin her herr stationsvorsteh

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Stilmittel

Appell
Sagen wir es laut: daß ihm unsre Sympathie gehört, selbst an dieser Stätte, wo es - 'stört'!
Personifikation
In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut, geht ein Huhn hin und her
Rhetorische Frage
Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh'r? Wird dem Huhn man nichts tun?