Das himmlische Licht
unknownKamerad, Sie sitzen in Ihrem Zimmer allein, unter Menschen schweigen Sie still. Aber ich weiß meine stummen Kameraden hunderttausend auf der Welt, zu denen ich reden will.
Wir waren noch klein, da erhob zu uns die Erde ihr bergiges Schmerzensgesicht, In unsre Zehen bebte fernes Geländ, von Sturz und Strudel ums Licht.
Die Menschen in schlaffer Geilheit und träg liebten die Erde nicht mehr, Aber die Erde schrie, wir hörten sie nicht, und sie donnerte Zeichen her.
O mein Freund, glauben Sie nicht, was ich Ihnen sagen werde, sei neu oder interessant. Alles, was ich Ihnen zurufe, wissen Sie selbst, aber Sie haben es nie aus rundem Mund laut bekannt. Sie haben es zugedeckt. Ich will Sie erinnern. Ich will Sie aufrufen. Denn Gott rief die Erde für uns alle auf. Seine Stimme hauchte aus dem Untermeer Vulkan, der in der Südsee in die Luft flog. Die kleine Kraterinsel Krakatau stieß den brennenden Atem Gottes aus der Erde. Explosion. Der Ozean spritzte über die Erde, unvergessen in dreißig Menschenjahren. Neues Menschengeschlecht, und das Jahrhundert war lang zu Ende. Aber aus dem Pacific brannte der Feuerwind des Krakatau in unsere Herzen.
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Interpretation
Das Gedicht "Das himmlische Licht" von Ludwig Rubiner handelt von der Sehnsucht nach einer tieferen Verbindung und dem Verständnis der Welt. Der Sprecher richtet sich an einen Kameraden, der in seinem Zimmer allein sitzt und unter Menschen schweigt. Doch der Sprecher weiß, dass es hunderttausend stumme Kameraden auf der Welt gibt, zu denen er sprechen möchte. Diese Kameraden sind symbolisch für Menschen, die sich nach einer tieferen Verbindung und einem gemeinsamen Verständnis sehnen. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt die Erde als ein bergiges Schmerzensgesicht, das zu uns aufblickt. Die Erde bebt und sendet Zeichen aus, die von den Menschen nicht gehört werden. Die Menschen haben die Erde in ihrer schlaffen Geilheit und Trägheit nicht mehr geliebt. Doch die Erde schreit und sendet Zeichen aus, die von den Menschen ignoriert werden. Der Sprecher ruft seinen Kameraden auf, sich an das zu erinnern, was sie bereits wissen, aber nie laut ausgesprochen haben. Er möchte sie daran erinnern, dass Gott die Erde für uns alle aufgerufen hat und dass die Erde Zeichen sendet, die wir hören sollten. Der letzte Teil des Gedichts bezieht sich auf den Ausbruch des Krakatau-Vulkans im Jahr 1883. Der Sprecher beschreibt, wie der Vulkan den brennenden Atem Gottes aus der Erde ausstieß und eine Explosion verursachte, die den Ozean über die Erde spritzte. Diese Explosion war unvergessen und markierte das Ende eines Jahrhunderts. Der Feuerwind des Krakatau brannte in die Herzen der Menschen und symbolisiert die transformative Kraft der Natur und die Notwendigkeit, auf die Zeichen der Erde zu hören. Das Gedicht ruft die Menschen dazu auf, sich an ihre Verbindung zur Erde zu erinnern und auf die Zeichen zu hören, die sie sendet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schlaffer Geilheit und träg
- Anapher
- Ich will Sie erinnern. Ich will Sie aufrufen
- Hyperbel
- Hunderttausend auf der Welt
- Metapher
- Die Erde erhebt ihr bergiges Schmerzensgesicht
- Personifikation
- Die Erde schrie, wir hörten sie nicht
- Symbolik
- Krakatau als Symbol für göttliche Stimme und Erneuerung