Das Hexlein
1803Und woni uffem Schnidstuehl sitz für Basseltang, und Liechtspön schnitz, se chunnt e Hexli wohlgimut, und frogt no frei: “Haut′s Messer gut?” Und seit mer frei no “Gute Tag!” und woni lueg, und woni sag: “′s chönnt besser go, und Große Dank!” se wird mer′s Herz uf eimol chrank. Und uf, und furt enanderno, und woni lueg, isch′s nümme do, und woni rüef: “Du Hexli he!” se git′s mer scho kei Antwort meh. Und sieder schmeckt mer′s Esse nit; stell umme, was de hesch und witt, und wenn en anders schlofe cha, se höri alli Stunde schlah. Und was i schaff, das grotet nit, und alli Schritt und alli Tritt, se chunnt mim Sinn das Hexli für, und was i schwetz, isch hinterfür. ′s isch wohr, es het e Gsichtli gha, ′s verlueget si en Engel dra, und ′s seit mit so me freie Mut, so lieb und süß: “Haut′s Messer gut?” Und leider hani′s ghört und gseh, und sellemols und nümme meh. Dört isch′s an Hag und Hurst verbei, und witers über Stock und Stei. Wer spöchtet mer mi Hexli us, wer zeigt mer siner Mutter Hus? I lauf no, was i laufe cha, wer weiß, se triffi′s doch no a! I lauf no alli Dörfer us, i such und frog vo Hus zu Hus, und würd mer nit mi Hexli chund, se würdi ebe nümme gsund.
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Interpretation
Das Gedicht "Das Hexlein" von Johann Peter Hebel erzählt von einer Begegnung mit einer Hexe, die den Erzähler tief beeindruckt. Die Hexe erscheint freundlich und neugierig, fragt nach dem Messer und begrüßt den Erzähler höflich. Doch ihre Anwesenheit hinterlässt einen unheimlichen Eindruck, der das Herz des Erzählers schwer macht. Nach ihrem Verschwinden fühlt sich der Erzähler verloren und traurig, da er sie nicht mehr finden kann. Die Hexe wird als wohlgemut und freundlich beschrieben, was einen Kontrast zu ihrer eigentlichen Natur bildet. Der Erzähler ist von ihrem Aussehen und ihrer Art so beeindruckt, dass er sie nicht mehr aus dem Sinn bekommt. Die Wiederholung des Satzes "Haut's Messer gut?" zeigt, wie sehr die Hexe ihn beschäftigt. Der Erzähler sucht sie verzweifelt in allen Dörfern, doch ohne Erfolg. Er fürchtet, dass sie, wenn er sie nicht findet, nicht mehr gesund sein wird. Das Gedicht beschreibt eine unerklärliche Begegnung, die den Erzähler tief berührt und verändert. Die Hexe wird als geheimnisvoll und faszinierend dargestellt, die den Erzähler in ihren Bann zieht. Die Suche nach ihr wird zu einer Art Besessenheit, die den Erzähler nicht mehr loslässt. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass der Erzähler die Hexe doch noch finden möge, um seine Unruhe zu beenden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Haut's Messer gut
- Anapher
- und woni
- Metapher
- ′s isch wohr, es het e Gsichtli gha, ′s verlueget si en Engel dra
- Personifikation
- und was i schwetz, isch hinterfür
- Wiederholung
- Haut's Messer gut